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Im Angesicht des Bösen

Die Nachricht über den jüngsten grauenvollen Angriff auf unschuldige Menschen, die sich zum Gebet versammelt hatten, für den der sogenannte Islamische Staat die Verantwortung übernommen hat, sind erschütternd und erfüllen uns mit Trauer. Im Norden Frankreichs wurde in der Kirche eines Dorfes, wie es viele gibt, der 84 Jahre alte Priester Jacques Hamel wie der leidende Gottesknecht aus der alten jüdischen Prophezeiung erbarmungslos umgebracht, und ein Gläubiger wurde schwer verletzt; darauf wurden die beiden Urheber dieser furchtbaren und niederträchtigen Tat von den Sicherheitskräften erschossen.

Erneutes Blutvergießen, Blut auf Blut, das zu jenem hinzukommt, das seit allzu langer Zeit schon an vielen Orten vergossen wurde, vor allem aber im Mittleren und Nahen Osten, in Afrika und nun auch in Europa. Blut, das oft im Namen Gottes vergossen wird, der dadurch profaniert, auf jeden Fall aber jedes Mal erneut beleidigt und verletzt wird, wenn ein Mensch getötet wird. »Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden«, ruft Gott in sprachlosem Schmerz angesichts der Ermordung Abels in einem Bericht, der für die monotheistischen Religionen grundlegend ist, die allzu oft zu Unrecht für die Gewalt und die Kriege verantwortlich gemacht werden.

In Übereinstimmung mit der großen Mehrzahl der geistlichen Vertreter aller Religionen muss gesagt und noch einmal wiederholt werden, dass die Religionen an sich der Gewalttätigkeit nicht zugrunde liegen, sondern dass sie vielmehr die Samenkörner des Zusammenlebens und des Friedens enthalten. Samenkörner, die von einem jeden Menschen gehegt und gepflegt werden können, der sich zu einer religiösen Überzeugung bekennt, wie überhaupt von jeder Frau und jedem Mann guten Willens. Gleichwohl darf man nicht die Augen verschließen angesichts der gewalttätigen Instrumentalisierungen der Religion: jedermann muss den Hass, der gesät wird, um Zusammenstöße zwischen Kulturen und Religionen zu schüren und dabei Geister der Vergangenheit wachzurufen und zu entfesseln, auf jede erdenkliche Weise zurückweisen und ihm vorbeugend entgegenwirken.

Eine laizistische Webseite hat bemerkt, dass die Kirche, in der Jacques Hamel getötet worden ist, dem heiligen Stephanus gewidmet ist, dem Protomärtyrer Christi, und es sei hinzugefügt, dass der ermordete hochbetagte Priester den Namen des Apostels Jakobus trug, der auch seinerseits ein Blutzeuge des Glaubens war. Angesichts des zugefügten Bösen kann und darf die Antwort der Christen nicht anders lauten als jene ihres Herrn und der Märtyrer aller Zeiten. Daran hat der zutiefst erschütterte Bischof der so grausam getroffenen Diözese erinnert, der beschlossen hat, aus Krakau, wo zur selben Zeit der Weltjugendtag eröffnet wurde, zu seinen Gläubigen heimzukehren. Ein Weltjugendtag, der einberufen wurde im Zeichen der Barmherzigkeit, der zentralen Botschaft des Evangeliums, wie der Papst unermüdlich wiederholt, der betet und auf diese Weise allen Opfern, jedem einzelnen Opfer, nahe ist.

g. m. v.

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19. September 2018

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