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Heute gibt es mehr Märtyrer als in der Anfangszeit der Kirche

· Messe in Santa Marta ·

Die Christenverfolgung ist nicht etwa ein Ereignis, das zur Vergangenheit gehört, zu den Anfängen des Christentums. Es ist eine traurige Tatsache unserer Zeit. Ja, »es gibt heutzutage mehr Märtyrer als in der Anfangszeit der Kirche«. Davon ist Papst Franziskus überzeugt, und er hat dies heute früh, Dienstag, 4. März, während der Messe betont, die er in Santa Marta feierte, wobei er dazu aufforderte, über das Zeugnis nachzudenken, das diese Brüder und diese Schwestern im Glauben ablegen. Aber, so erinnerte der Papst, Jesus hatte uns gewarnt: ihm nachzufolgen heiße einerseits, seine Güte zu genießen, andererseits aber auch »um seinetwillen Verfolgungen erleiden«, wie Markus in der Schriftlesung zum Tage schreibt (10, 28-31).

»Jesus«, so begann der Papst, »hatte soeben damit aufgehört, über die Gefahr des Reichtums zu sprechen, darüber, wie schwer es sei, dass ein Mann, der viel besitze, in das Reich Gottes kommen könne. Und da stellt ihm Petrus diese Frage: ›Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird unser Lohn sein?‹ Jesus ist großzügig und fängt an, zu Petrus zu sagen: ›Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen oder um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten …‹«.

Vielleicht, so fuhr der Papst fort, dachte Petrus: »Das ist ein hübsches Geschäft, wenn wir Jesus nachfolgen, dann sorgt er dafür, dass wir viel, hundertmal so viel verdienen«. Aber Jesus »fügt zwei kleine Wörtchen hinzu: ›unter Verfolgungen‹. Und in der kommenden Welt das ewige Leben«. Im Grunde meine er: »Ja, ihr habt alles verlassen und werdet hier auf Erden vieles erhalten, aber unter Verfolgungen. Das ist der Lohn des Christen und das ist der Weg derer, die Jesus nachfolgen wollen. Denn das ist der Weg, den er gegangen ist: er ist verfolgt worden«.

Es sei die Straße der Erniedrigung, dieselbe, so erinnerte der Bischof von Rom, die auch der heilige Paulus den Philippern zeige, als er sage, dass Jesus sich dadurch, dass er Mensch wurde, bis zum Tod am Kreuze erniedrigt habe. »Genau das ist die Tonart des christlichen Lebens«, die zugleich aber auch Freude sei. In der Tat »ist die Nachfolge Christi eine Freude. In den Seligpreisungen sagt Jesus: ›Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet‹«.

Die Verfolgung, so präzisierte der Papst, sei also eine der Seligpreisungen. So dass »die Jünger unmittelbar nach dem Kommen des Heiligen Geistes begonnen haben zu predigen und die Verfolgungen begonnen haben. Petrus ging ins Gefängnis, Stefanus legte, wie Jesus, Zeugnis ab durch seinen Tod, dank falscher Zeugen. Und danach folgten noch viele andere Zeugen, bis auf den heutigen Tag. Das Kreuz ist immer auf dem Weg des Christen«.

Gewiss, so fuhr Papst Franziskus fort, wir können viele Ordensmänner, viele Ordensfrauen haben, »viele Mütter, viele Väter, viele Brüder in der Kirche, in der christlichen Gemeinschaft. Und das«, so bemerkte er, »ist schön. Aber wir werden auch die Verfolgung haben, denn die Welt duldet die Gottheit Christi nicht, sie duldet die Verkündigung des Evangeliums nicht, sie duldet die Seligpreisungen nicht«. Gerade das löse die Verfolgung aus, die auch durch Worte, durch üble Nachrede, erfolgen kann. So geschah es den Christen der ersten Jahrhunderte, die Verleumdungen erleiden und den Kerker erdulden mussten«.

»Aber wir«, so bemerkte der Heilige Vater, »wir vergessen leicht. Denken wir an die unzähligen Christen, die vor sechzig-siebzig Jahren in den Lagern, in den Gefängnissen der Nationalsozialisten bzw. der Kommunisten eingesperrt waren: viele, nur weil sie Christen waren«. Und dasselbe geschehe »auch heute«, so beklagte er, unserer Überzeugung zum Trotze, dass wir einen höheren Grad an Zivilisierung und eine reifere Kulturstufe erreicht haben.

»Ich sage euch«, bekräftigte der Papst, dass es heute mehr Märtyrer gibt als in den Anfangszeiten der Kirche: Viele unserer Brüder und Schwestern, die ihr Zeugnis für Jesus ablegen und verfolgt werden. Sie werden verurteilt, weil sie eine Bibel besitzen. Sie können das Symbol des Kreuzes nicht tragen«. Das sei »der Weg Jesu«. Aber es ist ein Weg der Freude, weil uns der Herr niemals Prüfungen auferlegt, die wir nicht ertragen können«.

Sicher, »das christliche Leben bringt keinen geschäftlichen Vorteil ein«, führte der Papst aus. Es bestehe ganz einfach darin, »Jesus nachzufolgen. Wenn wir Jesus nachfolgen, dann geschieht etwas. Denken wir darüber nach, ob wir in uns den Wunsch verspüren, mutig dabei zu sein, für Jesus Zeugnis abzulegen«. Und, so fügte er hinzu, »denken wir auch – das wird uns gut tun – an die vielen Brüder und Schwestern, denen es heute nicht möglich ist, zusammen zu beten, weil sie verfolgt werden, weil sie kein Evangelienbuch oder eine Bibel haben, weil sie verfolgt werden. Denken wir an diese Brüder und Schwestern, die nicht zur Messe gehen können, weil es verboten ist. Wie oft kommt ein Priester heimlich zu ihnen, und sie tun so, als wären sie bei Tisch, um einen Tee zu trinken, und feiern heimlich die Messe. Das geschieht heute«. Daher die abschließende Aufforderung: »Denken wir darüber nach: Bin ich dazu bereit, wie Jesus das Kreuz zu tragen? Verfolgungen zu erdulden, um Zeugnis für Jesus abzulegen, wie es diese Brüder und Schwestern tun, die heute gedemütigt und verfolgt werden? Es wird allen gut tun, hierüber nachzudenken«.

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19. März 2019

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