Hinweis

Diese Website verwendet Cookies
Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die dazu beiträgt, Ihren Besuch auf unserer Website zu verbessern. Mit dem Navigieren auf den Seiten dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu unseren Cookie-Richtlinien finden Sie in den Nutzungsbedingungen.

Gewissenserforschung

· Messe in Santa Marta ·

Jeden Abend die »Gewissenerforschung« vorzunehmen als Gebet, um zu erkennen, ob uns während des Tages »der Geist Gottes oder der Geist der Welt« bewegt habe, ist eine entscheidende Übung in unserm »geistlichen Kampf«, die uns zum »Verständnis des Herzens« und »der Gesinnung Christi« führt. So lautet der Rat, den Papst Franziskus bei der Messe in Santa Marta am Dienstag 4. September, unterbreitete. Er rief in Erinnerung, dass »das Herz des Menschen wie ein Schlachtfeld ist«, auf dem sich ständig »der Geist Gottes, der uns zu den guten Werken führt, zur Liebe, zur Brüderlichkeit«, und »der Geist der Welt« gegenübertreten, »der uns« dagegen »zur Eitelkeit, zum Stolz, zur Überheblichkeit, zum Geschwätz bringt«.

»In der ersten Lesung«, so merkte der Papst sogleich an und bezog sich dabei auf den Abschnitt aus dem ersten Brief an die Korinther (2,10-16), »lehrt der Apostel Paulus die Korinther den Weg dahin, die Gesinnung Christi zu haben, die Empfindungen Christi, jene Haltung, die die Haltung Christi war«. Und »der Weg besteht darin, den empfangenen Geist in uns wirken zu lassen«. Der heilige Paulus nämlich schreibe: »ihr alle, wir alle haben den Geist Gottes empfangen«.

»Es ist der Heilige Geist, der dich im Leben voranbringt«, erklärte Franziskus, »und er bringt dich zu dem Ziel, Jesus zu erkennen, dieselben Empfindungen wie Jesus zu haben«. In Wirklichkeit »können wir viel studieren, die Bibel studieren, die Geschichte studieren, Theologie studieren, doch das ist nicht der Weg, um zu den Empfindungen Jesu vorzustoßen: das hilft, das hilf sehr, aber der wahre Weg besteht darin, sich vom Geist, vom Heiligen Geist voranbringen zu lassen«. Und »es ist gerade der Heilige Geist, der uns voran bis zum Herzen Jesu bringt, dahin, zu verstehen, wer Jesus ist, wie Jesus handelt, was Jesus will, was der Wille Jesu ist. Das Herz Jesu zu verstehen«.

Die Frage laute: »Wie können wir gehen?« Der heilige Paulus sage, dass »der seinen Kräften überlassene Mensch die Dinge des Geistes nicht versteht«. Also »bedürfen wir des Heiligen Geistes für diesen Weg, für diesen christlichen Weg«. Wiederum im Brief an die Korinther erkläre der Apostel auch, dass »wir nicht den Geist der Welt empfangen haben, sondern den Geist Gottes«.

Tatsächlich, so der Papst, »gibt es zwei Geister, zwei Arten des Denkens, des Empfindens, des Handelns: jene, die mich zum Geist Gottes führt und jene, die mich zum Geist der Welt bringt«. Und »das geschieht in unserem Leben: wir alle haben diese zwei ›Geister‹, sagen wir es so«. Da sei »der Geist Gottes, der uns zu den guten Werken führt, zur Liebe, zur Brüderlichkeit, dazu, Gott anzubeten, Jesus zu erkennen, viele gute Werke der Nächstenliebe zu tun, zu beten«. Doch da sei auch »der andere Geist der Welt, der uns zur Eitelkeit, zum Stolz, zur Überheblichkeit, zum Geschwätz bringt: ein ganz anderer Weg«.

»Unser Herz, so sagte ein Heiliger, ist wie ein ›Schlachtfeld, ein Schlachtfeld im Krieg, wo diese beiden Geister miteinander ringen‹, und er nannte das den ›geistlichen Kampf‹«, erinnerte der Papst. »Im christlichen Leben muss man kämpfen, um dem Geist Gottes Platz zu lassen und den Geist der Welt zu verjagen, wie Jesus diesen Dämon ausgetrieben hatte«, erklärte Franziskus und bezog sich dabei auf den Abschnitt aus dem Tagesevangelium nach Lukas (4,32-37).

Diesbezüglich riet Franziskus zu »einem schönen Gebet, das wir alle Tage verrichten können, vor dem Schlafengehen, ein wenig auf den Tag zurückzublicken« und uns zu fragen: »Welchem Geist bin ich heute gefolgt? Dem Geist Gottes oder dem Geist der Welt?« Und der Papst erinnerte daran, dass »dies heißt, eine Gewissenserforschung vorzunehmen: im Herzen zu spüren, was in diesem inneren Krieg geschehen ist, und wie ich mich vor dem Geist der Welt verteidigt habe, der mich zur Eitelkeit bringt, zu den niedrigen Dingen, zu den Lastern, zum Hochmut, zu alledem«. Also: »Wie habe ich mich vor den konkreten Versuchungen verteidigt?« »Die konkreten Versuchungen« müssten erforscht werden. Und »das tut man als Gebet, vor dem Schlafengehen, heute: welche Empfindungen habe ich gehabt? Erforschen, welches der Geist war, der mich zu jener Empfindung getrieben hat, der mir jene Empfindung inspiriert hat: Ist es der Geist der Welt oder der Geist Gottes?«

Wenn man die Gewissenserforschung mit diesem abendlichen Gebet verrichte, »werden wir viele Male finden, seien wir ehrlich, dass ›ich heute neidisch war, dass ich Begierde empfunden habe, dass ich das getan habe‹«. Und »das ist der Geist der Welt«. Doch sei es angemessen, diese Empfindungen »zu erforschen, denn das ist wahr: wir alle führen diesen Kampf in uns, doch wenn wir nicht begreifen, wie diese beiden Geister funktionieren, wie sie wirken, dann wird es uns nicht gelingen, mit dem Geist Gottes voranzugehen, der uns dazu führt, das Denken, Christi, die Gesinnung Christi zu erkennen«.

Der Papst merkte an: In Wirklichkeit »ist es sehr einfach: wir verfügen über dieses große Geschenk, das der Geist Gottes ist, doch wir sind gebrechlich, wir sind Sünder und sind auch der Versuchung des Geistes der Welt ausgesetzt«. Und »in diesem geistlichen Kampf, in diesem Krieg des Geistes ist es notwendig, Sieger wie Jesus zu sein, doch es ist erforderlich, zu wissen, welcher Weg einzuschlagen ist«. Gerade »aus diesem Grund ist die Gewissenserforschung so nützlich, am Abend noch einmal auf den Tag zurückzublicken und zu sagen: ›Ja, heute wurde ich hier versucht, heute habe ich dort gewonnen, der Heilige Geist hat mir diese Inspiration geschenkt‹«. Also: es gehe darum, »zu erkennen, was im Herzen vorgeht«.

Und der Papst warnte: »Wenn wir das nicht tun, wenn wir nicht wissen, was in unserem Herzen vorgeht – und das sage nicht ich, das sagt die Bibel –, dann sind wir wie die ›Tiere, die nichts verstehen‹, sie gehen weiter, indem sie ihrem Instinkt folgen«. Doch »wir sind keine Tiere, wir sind Kinder Gottes, getauft mit der Gabe des Heiligen Geistes«. Und »aus diesem Grund ist es wichtig, zu verstehen, was heute in meinem Herzen vorgegangen ist. Der Herr lehre uns, immer, alle Tage unser Gewissen zu erforschen«.

Druckausgabe

 

LIVE

St. Peter’s Square

15. November 2018

VERWANDTE NACHRICHTEN