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Gelehrig und glücklich

· Heilige Messe in Santa Marta ·

»Rede Herr, denn ich höre«: Der Papst lud ein, sich mit diesen einfachen Worten Samuels an Gott zu wenden, »wenn wir einen Zweifel haben, wenn wir nicht weiterwissen oder wenn wir einfach beten wollen«. Worte die auch ein Gegenmittel sind, um nicht der Versuchung zu erliegen, dem Heiligen Geist Widerstand zu leisten. In der heiligen Messe am Donnerstagmorgen, 14. April, forderte der Papst auf, keine Angst zu haben, wenn der Heilige Geist am Werk ist und unsere Pläne umstürzt. Denn die Freude ist es, und sicherlich nicht »die Treue zum Buchstaben«, die das Leben jener Christen kennzeichnet, die dem Wirken des Geistes gegenüber fügsam sind.

»Der Hauptakteur der ersten Lesung, die wir gehört haben, ist der Heilige Geist«, begann Franziskus seine Predigt, indem er auf den Abschnitt aus der Apostelgeschichte (8,26-40) Bezug nahm. Weder Philippus noch der Kämmerer der äthiopischen Königin seien die Protagonisten. Im Übrigen könne man auch »in den Lesungen, die uns die Kirche in diesen Tagen vorgelegt hat«, ganz klar den Heiligen Geist erkennen, »der am Werk ist. Der Heilige Geist, der die Kirche entstehen und wachsen lässt, ist da; das ist ein Werk des Heiligen Geistes.«

Der Papst fuhr fort: »In den vergangenen Tagen hat uns die Kirche das Drama des Widerstands gegen den Heiligen Geist vor Augen geführt: verschlossene, harte, törichte Herzen, die sich dem Geist widersetzen.« Und so habe es Menschen gegeben, die zwar die Dinge gesehen hätten – »die Heilung des Gelähmten durch Petrus und Johannes an der Schönen Pforte des Tempels; die Worte und großen Taten des heiligen Stephanus –, die aber diesen Zeichen des Heiligen Geistes gegenüber verschlossen geblieben sind und sich dem Geist widersetzt haben«. Ja, mehr noch: Sie hätten sogar »versucht, diesen Widerstand mit der sogenannten Treue zum Gesetz zu rechtfertigen, das heißt zum Buchstaben des Gesetzes«.

Franziskus unterstrich, dass »die Kirche uns heute und auch morgen das Gegenteil vor Augen stellt: nicht den Widerstand gegen den Heiligen Geist, sondern die Fügsamkeit gegen über dem Heiligen Geist, die gerade die Haltung des Christen ist«. Es gehe also darum, »dem Heiligen Geist gegenüber fügsam zu sein, und diese Fügsamkeit bewirkt, dass der Geist handeln und vorangehen kann, um die Kirche aufzubauen«.

Zum heutigen Abschnitt aus der Apostelgeschichte zurückkehrend betonte Franziskus, dass wir es hier mit einem »Bischof, mit Philippus, zu tun hätten, einem der Apostel, der so vielbeschäftigt war wie alle Bischöfe und der für jenen Tag sicherlich schon sein eigenes Arbeitsprogramm hatte«. Aber »der Geist kommt und sagt: ›Steh auf und tue etwas anderes, verlass dein Bischofshaus und geh woanders hin!‹« Philippus »gehorchte: Er war jener Stimme des Heiligen Geistes gegenüber fügsam«, »ließ alles, was er an jenem Tag hätte tun sollen, liegen und ging dorthin«. Und der Heilige Geist habe ihn aufgefordert: »Zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt! Er gibt im keine Erklärung: ›Geh!‹«

Und genau auf der Straße, die ihm genannt worden sei, begegne Philippus »diesem Herrn, der ein äthiopischer Proselyt war: Er ist der Wirtschaftsminister, er gehört zu den wichtigen Männern am Hof der Königin von Äthiopien.« Dieser Mann, so der Papst, »ist gekommen, um Gott anzubeten: Er betete Gott an und las in den Heiligen Schriften«. Wieder sei es der Heilige Geist, der Philippus auffordert, sich dem Wagen zu nähern. Und erneut »gehorcht er, ist er fügsam gegenüber dem Wort Gottes«.

Die Apostelgeschichte erzähle uns, dass »Philippus hinlief, und als er ihn den Propheten Jesaja lesen hörte, da kam es ihm in den Sinn, die Frage zu stellen: ›Verstehst du auch, was du liest?‹« Aber sein Gesprächspartner antwortet ihm: »Nein. Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?« Und so »bat er den Philippus, einzusteigen, und Philippus erklärte ihm, wen Jesaja da prophezeite: das heißt Jesus Christus.« Mit einem Wort: Philippus »erklärt ihm das Heil des Evangeliums«.

»Vielleicht war diese Erklärung ein wenig lang«, bemerkte der Papst. »Aber sie waren unterwegs, sie haben sich sicher unterhalten: der Äthiopier stellte Fragen, Philippus antwortete und auch der Heilige Geist wirkte im Herzen des Äthiopiers.« Und der Heilige Geist »schenkte ihm die Gabe des Glaubens: dieser Mann spürte etwas Neues in seinem Herzen«. »Als sie auf der Straße weiterzogen, ins Gespräch vertieft, kamen sie zu einer Wasserstelle, und da der Kämmerer ein sehr praktischer Mann war – er hatte einen sehr praktischen, konkreten Beruf –, sagte er: ›Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg?‹« So »nimmt er den Glauben an und bittet um die Taufe: er ist fügsam! Dem Heiligen Geist gegenüber fügsam!«

Das sei die Geschichte »zweier Männer: eines Mannes, der evangelisierte, und eines anderen, der nichts von Jesus wusste, in dem der Geist aber eine gesunde Neugier geweckt hatte, und nicht etwa die Neugier, die mit Klatsch befriedigt werden will«. »Der Geist schenkt ihm die Gabe des Glaubens.« Franziskus erläuterte dann, dass wir vielleicht »nach dieser Taufzeremonie erwarten, dass beide ihre Unterhaltung fortsetzen, dass sie weiterreden: Aber nein, als sie wieder aus dem Wasser stiegen – so sagt die Heilige Schrift –, entführte der Geist des Herrn den Philippus: auf der Stelle! Und der Kämmerer sah ihn nicht mehr.« Die Apostelgeschichte berichte, dass »der fügsame Philippus sich in Aschdod wiederfand, um das Evangelium zu verkünden«. Gewiss, das »hatte er nicht geplant, aber er fügte sich dem Heiligen Geist«. Und was sei dagegen »dem Kämmerer widerfahren? Er sieht ihn nicht mehr! Weinte er? Nein! Beklagte er sich? Nein!« Vielmehr sage die Heilige Schrift, dass »er voll Freude weiterzog: in der Freude des Geistes, der Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist«.

In den vergangenen Tagen, erinnerte Franziskus, »haben wir gehört, was der Widerstand gegen den Heiligen Geist bewirkt«, während »wir es heute mit dem Beispiel zweier Männer zu tun haben, die der Stimme des Geistes gegenüber fügsam waren«. Und das Merkmal, das sie auszeichnet, »ist die Freude«, denn »die Fügsamkeit dem Heiligen Geist gegenüber ist eine Quelle der Freude«. Gerade deshalb sei es wichtig, sich selbst zu sagen: »Ich würde gerne etwas tun, dieses und jenes, aber ich spüre, dass der Herr etwas anderes von mir will: Ich werde die Freude dort finden, wo der Ruf des Geistes ist!«

Der Papst regte auch an, »ein schönes Gebet« zu sprechen, »um diese Fügsamkeit zu erbitten«. Wir fänden sie, so erläuterte er, »im ersten Buch Samuel. Der junge Samuel schlief, vernahm den Ruf und dachte, es sei der Priester Eli«, so »stand er sogleich auf und eilte zu ihm: ›Hier bin ich!‹« Aber Eli sagte ihm, dass er nicht nach ihm gerufen habe. Samuel »legte sich wieder schlafen«, habe den Ruf aber erneut vernommen, ein zweites und dann ein drittes Mal. Eli, so unterstrich der Papst, »war kein guter Priester, aber er verstand die Dinge Gottes: Er merkte, dass es der Herr war, der da rief!« Daher habe er zu Samuel gesagt: »Geh, leg dich schlafen! Und wenn er dich wieder ruft, dann antworte: ›Rede, Herr, denn dein Diener hört!‹« Der Papst fuhr fort: »Genau das ist ein schönes Gebet, das auch wir immer sprechen können: ›Rede, Herr, denn dein Diener hört!‹« Das sei das Gebet, so schloss er, »um die Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist zu erbitten und dank dieser Fügsamkeit die Kirche voranzubringen, um ein Werkzeug des Heiligen Geistes zu sein, damit die Kirche vorangehen kann«. Ja, »rede, Herr, denn dein Diener hört«, wiederholte Franziskus, wobei er erneut aufforderte, »viele Male täglich« so zu beten, »wenn wir einen Zweifel haben, wenn wir nicht weiterwissen oder wir ganz einfach beten wollen«: »Bitten wir mit diesem Gebet um die Gnade der Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist.«

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10. Dezember 2019

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