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Friedensstifter in den kleinen Dingen des Alltags

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Nicht die »großen Demonstrationen« und »internationalen Konferenzen« mit ihren »wunderbaren Worten« von einer »erfolgreichen Konferenz« werden es sein, die den Frieden schaffen, den »heute alle wünschen«, denn »wir erleben einen Krieg«. Daher forderte Papst Franziskus auf, vor allem »die Weisheit« zu besitzen, »Frieden zu schließen in den kleinen Dingen des Alltags, dabei aber die Perspektive der gesamten Menschheit im Blick zu haben«. Im Stil eines Handwerkers müsse man zuerst bei sich selbst beginnen, bei der eigenen Familie, im eigenen Stadtviertel und am Arbeitsplatz. Zu diesem wahren Frieden rief der Papst in seiner Predigt auf, die er am Donnerstagmorgen, 8. September, dem Fest Mariä Geburt, im Gästehaus Santa Marta hielt.

»Im Tagesgebet am Beginn der heiligen Messe haben wir zum Herrn gebetet, den Herrn angefleht, er möge den Frieden auf Erden festigen und mehren.« Das Wort »Frieden« sei entscheidend, und es gehe darum, »im Frieden zu wachsen: heute beten wir darum, dass wir alle im Frieden und in der Einheit wachsen können, denn der Friede bewirkt Einheit«.

Franziskus wies darauf hin, dass das Wort »Friede« auch in der ersten Lesung genannt werde, die dem Buch des Propheten Micha (5,1-4) entnommen war: »Wo er das Kommen des Erlösers ankündigt, endet er mit den Worten: ›Und er wird der Friede sein.‹« Auch im Matthäusevangelium (1,1-16.18-23) kehre das Wort wieder: »Nach dem Stammbaum Jesu folgt der Traum Josefs und der Engel sagt: ›Man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.‹« Und »dass Gott mit uns ist, das bedeutet Frieden«.

Der Papst unterstrich, dass in der heutigen Liturgie »dreimal vom Frieden die Rede ist«. Er fügte hinzu: »Und darum bitten wir: im Frieden zu wachsen. Die heutige Liturgie steht ganz im Zeichen dieses Weges, und wir alle, die ganze Welt, brauchen den Frieden.«

»Wenn wir um Frieden bitten«, so erläuterte er, »so tun wir das deshalb, weil der Friede eine Gabe ist: eine Gabe, die der Herr uns schenkt. Aber wir bitten auch darum, dass er den Frieden mehre: Er ist eine Gabe, aber auch ein Gabe, die ihren Lebensweg hat, ihren Weg durch die Geschichte; eine Gabe, die jeder von uns annehmen und für die er arbeiten muss, um dazu beizutragen, dass sie wachsen möge.« Und »in der Heilsgeschichte, von der ersten Verheißung des Herrn im irdischen Paradies bis hin zum Kommen Jesu, erstreckt sich ein langer Weg, von dem wir im Tagesevangelium gehört haben: »dieser zeugte jenen, jener zeugte den nächsten«.

Gerade »dieser Weg von Heiligen und Sündern«, so bekräftigte der Papst, »sagt uns, dass auch wir diese Gabe des Friedens annehmen und sie zum Weg unseres Lebens machen müssen, sie in uns eintreten lassen, sie in die Welt eintreten lassen.« Im Übrigen »schafft man nicht von einem Tag auf den anderen Frieden: der Friede ist eine Gabe, aber eine Gabe, die man nehmen und an der man jeden Tag arbeiten muss«. Daher, so fuhr Franziskus fort, »können wir sagen, dass der Friede eine Gabe ist, die in den Händen der Menschen erarbeitet wird: Wir Menschen sind es, die Tag für Tag einen Schritt für den Frieden tun müssen, das ist unsere Aufgabe. Das ist unsere Aufgabe mit der erhaltenen Gabe: Frieden schaffen«.

An diesem Punkt sei es wichtig zu verstehen, wie man diese »handwerkliche Arbeit« für den Frieden verrichten solle. Und um uns dabei zu helfen, so erläuterte der Papst, »gibt es in der heutigen Liturgie ein weiteres Wort, das uns zum Nachdenken bringen kann, ein Wort, das uns von der Kleinheit erzählt«. Wiederum »im Tagesgebet ist die Rede von der Geburt, von der Geburt der Muttergottes: da ist das kleine Mädchen, dessen Geburtsfest wir heute feiern«. Auch in der Prophezeiung des Micha beginnt es mit einer Betonung« der Kleinheit: »›Du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas…‹«. Klare Worte, um zu vermitteln, dass Bethlehem »dermaßen klein« sei, dass es noch nicht einmal »auf den Landkarten« verzeichnet sei.

Mit einem neuerlichen Verweis auf die Tagesliturgie machte der Papst auch darauf aufmerksam, dass »wir im Tagesevangelium nach dieser langen Liste von Menschen das kleine Kind finden, den Kleinen, dem die Entscheidung galt, die Josef traf, dem kleinen Kind, das Gegenstand einer Verheißung war«. All das, so versicherte Franziskus, verhelfe uns dazu zu verstehen, dass »der Friede eine Gabe ist, eine handwerkliche Gabe, an der wir arbeiten müssen, alle Tage, aber an der wir gerade an den kleinen Dingen arbeiten müssen, an den kleinen Dingen des Alltags.« Daher reichten mit Sicherheit »die großen Kundgebungen für den Frieden nicht aus, die großen internationalen Friedenstreffen, wenn dann im Kleinen nicht auch dieser Friede geschlossen wird«. Vielmehr, so insistierte der Papst, »kannst du in wunderbaren Worten über den Frieden sprechen, kannst eine erfolgreiche Konferenz abhalten, aber wenn du bei dir im Kleinen, in deinem Herzen, keinen Frieden hast, wenn in deiner Familie kein Friede herrscht, in deinem Stadtviertel kein Friede herrscht, an deinem Arbeitsplatz kein Friede herrscht, dann wird es auch auf der Welt keinen Frieden geben«.

»Heute – wir alle sind uns dessen bewusst – erleben wir einen Krieg und alle fordern Frieden«, so bekräftigte der Papst. Angesichts dieser Wirklichkeit, so fügte er hinzu, »stelle ich nur diese Frage, zunächst mir selbst und dann euch und allen Menschen: Wie steht es heute um dein Herz, herrscht dort der Friede? Wenn dort kein Friede herrscht, dann bring, bevor du anfängst, über den Frieden zu reden, dein Herz in Frieden in Ordnung. Wie ist es heute um deine Familie bestellt: herrscht dort Friede? Wenn du es nicht fertigbringst, deine Familie, dein priesterliches Amt, deine Kongregation, voranzubringen, in Frieden voranzubringen, dann gibt es nicht genug Worte des Friedens auch für die Welt«.

Daher, so fuhr Franziskus fort, laute »die Frage, die ich euch heute stellen möchte: wie steht es um das Herz eines jeden von uns: herrscht dort Friede? Wie steht es um die Familie eines jeden von uns: herrscht dort Friede?« Tatsächlich müsse man bei den kleinen Dingen anfangen, »am zu einer befriedeten Welt zu gelangen«.

»Heute, am Geburtsfest der Muttergottes«, wie der Papst erinnerte, »haben wir den Herrn darum gebeten, an Frieden und Einheit wachsen zu können, natürlich deshalb, weil da, wo Friede ist, auch Einheit ist«. Und »wir haben gesehen, dass der Friede eine Gabe ist: eine Gabe, an der man Tag für Tag handwerklich arbeitet und auch, wie bei allen handwerklichen Dingen im Kleinen wirkt, um zum Großen zu gelangen«.

Abschließend bat der Papst, bevor er die Messfeier fortsetzte, im Gebet »den Herrn darum, dass er uns diese Weisheit schenken möge, in den kleinen Dingen des Alltags Frieden zu schließen, aber mit der gesamten Menschheit als Ziel am Horizont«.

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8. Dezember 2019

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