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Es gibt keine Demut ohne Demütigung

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Es gibt keine Demut und es gibt keine Heiligkeit ohne den Weg der Demütigung: Diese Wahrheit unterstrich Papst Franziskus mit Bezug auf die Geschichte von David in der heiligen Messe vom 1. Februar, die er wie gewohnt in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta feierte.

»In der ersten Lesung geht die Geschichte von König David weiter, vom heiligen König David«, bemerkte der Papst zu Beginn und bezog sich dabei auf den Abschnitt aus dem zweiten Buch Samuel (15,13-14.30; 16,5-13a). Er erläuterte: »Das ist eine Geschichte, die mit Samuel begonnen hat, der in das Haus des Vaters von David geht und David zum König salbt«, obwohl er nur ein kleiner Junge gewesen sei. Dann »ist er groß geworden, hat seine Schwierigkeiten gehabt. Aber er war stets ein Mann, der den König respektierte, obwohl dieser ihm nicht wohlgesinnt war.« Denn der Herrscher »wusste, dass er sein Nachfolger sein würde«. Und »schließlich gelang es David, das Reich Israel zur Einheit zu führen: alle gemeinsam mit ihm«. Aber »er fühlte sich sicher und der Eifer für das Haus des Herrn ließ nach«.

Gerade »da – das haben wir vor drei Tagen gehört – ist David fast so weit, dass er der Korruption verfällt«. So »wird der heilige König David – ein Sünder, aber auch ein Heiliger – korrupt«. Da aber lässt ihn »der Prophet Natan verstehen, dass er etwas Schlimmes getan hat, etwas Schlechtes: Denn ein Korrupter wird sich dessen nicht bewusst. Es ist eine besondere Gnade notwendig, um das Herz eines Korrupten zu verändern.« So erkennt David, »der sich ein edles Herz bewahrt hatte«, dass er gesündigt hat: »Er erkennt seine Sünde.« Was sage Natan?: »Der Herr vergibt dir deine Sünden, aber die Korruption, die du gesät hast, wird wachsen. Du hast einen Unschuldigen getötet, um einen Ehebruch zu vertuschen. Das Schwert soll auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen.« Der Papst bemerkte dazu: »Gott vergibt die Sünde, David bekehrt sich, aber die Wunden einer Korruption heilen nur schwer. Das sehen wir in vielen Teilen der Welt.«

Und an diesem Punkt der Geschichte Davids »kommen wir zum heutigen Abschnitt: Der Sohn Davids beginnt einen Krieg gegen seinen Vater. Er will die Macht haben: Der Sohn ist bereits korrupt.« Aber »was tut David? Mit jenem Edelmut, den er nach seiner Sünde wiedererlangt hat – auch durch die Buße, die er getan hat, um seinen Sohn, den Sohn des Ehebruchs, zu retten, der dann gestorben ist –, versammelt er die Seinen: »Wir wollen die Stadt verlassen, damit Abschalom – der Sohn – nicht kommt, ›Unglück über uns bringt und die Stadt mit scharfem Schwert schlägt‹, wie es in jener Zeit üblich war.«

»Gott bestrafte David sehr hart: ›Das Schwert soll auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen.‹« Aber, so der Papst, »David verteidigt das Haus und flieht. Er geht weg.« Vielleicht weil »er ein Feigling ist? Nein, er ist ein Vater.« Er »lässt die Bundeslade zurückkehren«, er »gebraucht Gott nicht, um sich zu verteidigen«. Kurz gesagt, gehe David weg, »um sein Volk zu retten: Das ist der Weg der Heiligkeit, den David einschlägt, nachdem er einen Moment lang der Korruption verfallen war.«

Die Tageslesung zeige David, während er weinend den Ölberg hinaufsteige. Er hatte als Zeichen der Trauer »sein Haupt verhüllt« und ging barfuß. Er tat Buße. Auch »alle Leute, die bei ihm waren, seine engsten Vertrauten, verhüllten ihr Haupt und zogen weinend hinauf: weinend und Buße tuend«. Die Heilige Schrift sagt auch, dass einige, »die ihm nicht wohlgesinnt waren, ihm folgten und ihn beschimpften«. Unter ihnen war Schimi, der ihn »Mörder« nannte und ihn so »an das Verbrechen erinnerte, das er an dem Hetiter Uria begangen hatte, um den Ehebruch zu vertuschen«.

Abischai, der König David sehr nahestand, »wollte ihn verteidigen« und Schimi den Kopf abschlagen, um ihn zum Schweigen zu bringen. Aber David »machte einen weiteren Schritt: ›Wenn dieser Mann flucht, dann weil der Herr ihm gesagt hat: Verfluch David!‹« Und »dann sagt er zu seinen Dienern: ›Seht, mein leiblicher Sohn trachtet mir nach dem Leben.‹« Dabei denke er an seinen Sohn Abschalom und sage daher zu seinen Dienern auch: »Lasst diesen Benjaminiter fluchen! Sicherlich hat es ihm der Herr geboten.«

Es gehe darum, so Papst Franziskus weiter, dass David »die Zeichen zu sehen weiß: Es ist der Augenblick seiner Demütigung, es ist der Augenblick, in dem er für seine Schuld bezahlt.« So sage er: »Vielleicht sieht der Herr mein Elend an und erweist mir Gutes für den Fluch, der mich heute trifft.« Damit »gibt er sich in die Hände des Herrn: Das ist der Weg Davids, vom Augenblick der Korruption bis hin zu diesem Anvertrauen in die Hände des Herrn. Und das ist Heiligkeit. Das ist Demut.«

Der Papst fuhr fort: »Ich glaube, wenn jemand etwas Schlechtes von uns sagt«, dann reagiert jeder von uns so: »Aber nein, das habe ich nicht getan. Das ist nicht wahr. Nein!« Praktisch versuchten wir sofort zu sagen, »dass das nicht wahr ist«. Oder »wir handeln wie Schimi: wir sagen als Antwort etwas noch Schlimmeres«. Aber »Demut kann ein Herz nur erreichen durch die Demütigungen: es gibt keine Demut ohne Demütigungen«. Und »wenn du in deinem Leben nicht in der Lage bist, einige Demütigungen zu ertragen, dann bist du nicht demütig. Das ist so, ich würde sagen, mathematisch, einfach!«

Daher sei »der einzige Weg zur Demut die Demütigung«. Also »kommt das Ziel Davids, das die Heiligkeit ist, durch die Demütigung«. Auch »das Ziel jener Heiligkeit, die Gott seinen Kindern und der Kirche schenkt, erreicht man durch die Demütigung seines Sohnes, der sich verspotten lässt, der sich bis zum Kreuz führen lässt, zu Unrecht«. Und »der Sohn Gottes, der sich demütigt, ist der Weg der Heiligkeit: Mit seinem Verhalten prophezeit David diese Demütigung Jesu.«

Bevor der Papst mit der Feier der Eucharistie fortfuhr, bat er »den Herrn für einen jeden von uns, für die ganze Kirche um die Gnade der Demut, aber auch um die Gnade, zu verstehen, dass es nicht möglich ist, ohne Demütigung demütig zu sein«.

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12. Dezember 2019

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