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Eine einfache Hinfahrkarte

· ​Messe in Santa Marta ·

»Heute, in dieser Messe, werden wir der Kirche von Konstantinopel nahestehen, der Kirche des Andreas, wir werden für die Kirche beten, für die Einheit der Kirchen«. Mit diesen Worten wollte Papst Franziskus zu Beginn der Messe am Freitag, 30. November, in Santa Marta an das liturgische Fest des heiligen Andreas erinnern. Die Berufung des »Petrus und Andreas« rief der Papst mit den Worten des Antiphons in Erinnerung: »Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Petrus und Andreas. Er sagte zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach!« (vgl. Mt 4,18-19). Die Verkündigung des Evangeliums, bekräftigte der Papst dann, ist »Zeugnis« und »Kohärenz« bis zum Martyrium: sie ist eine Sendung, die eine »einfache Hinfahrkarte« vorsieht. Und sie hat nichts mit »Proselytismus« und der »Logik des Marketing« zu tun.

In seiner Predigt griff der Papst zuerst die Inhalte des Briefs des Paulus an die Römer (10,9-18) auf. Der Apostel, so erklärte er, »sagt den Römern, dass die Verkündigung des Evangeliums wichtig sei: diese Verkündigung zu bringen, dass Christus uns gerettet hat, dass Christus gestorben ist, für uns auferstanden ist«. Der Apostel sage aber auch, »wie diese Menschen den Namen des Herrn anrufen müssen, um gerettet zu werden: ›Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben?‹« Denn »ohne Glaube können wir ihn nicht anrufen«. Und weiter, fuhr der Papst fort, der die Worte des Paulus wiederholte: »Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet? Wie soll aber jemand verkünden, wenn er nicht gesandt ist? Wie geschrieben steht: Wie willkommen sind die Füße der Freudenboten, die Gutes verkünden!«

»Ja, die Verkündigung Jesu Christi heißt, eine Nachricht zu überbringen, aber keine einfache, allgemeine Nachricht: die gute Nachrichte«, erklärte Franziskus und fügte hinzu, dass es in Wirklichkeit »gar keine gute Nachricht« sei, sondern die Nachricht, »die einzige große gute Nachricht«.

Und »diese Verkündigung Jesu Christi ist für die Jünger der ersten Zeiten und auch dieser Zeit«, so der Papst, »keine Arbeit der Werbung: Werbung für einen sehr guten Menschen machen, der Gutes getan hat, der viele Menschen geheilt und uns schöne Dinge gelehrt hat«. Die Verkündigung, unterstrich er, »ist keine Werbung, es heißt auch nicht, Proselytismus zu betreiben«. Wenn also »jemand von Jesus Christus spricht, von Jesus Christus predigt, um Proselytismus zu betreiben, nein, das ist keine Verkündigung Christi: das ist eine Arbeit eines Predigers, die von der Logik des Marketing getragen wird«.

Der Papst fragte sich also: »Was ist die Verkündigung Christi, die weder Proselytismus noch Werbung oder Marketing ist, und wie soll man sie beschreiben?« Er antwortete: »Zuallererst geht es darum, gesandt zu sein, aber nicht als Chef eines Unternehmens, um neue Geschäftspartner zu suchen«, sondern als »zur Mission ausgesandt«. Und »das richtige Zeichen, dass einer zur Mission ausgesandt ist«, bestehe darin, »dass das Leben eines Menschen ins Spiel kommt: der Apostel, der Gesandte, der die Verkündigung Jesu Christi voranbringt, tut dies unter der Bedingung, dass er sein eigenes Leben ins Spiel bringt, seine Zeit, seine Interessen, sein eigenes Fleisch«. Und »es gibt ein Sprichwort, das das erklären kann, ein Sprichwort bei den einfachen Leuten meines Landes, das lautet: ›Um das zu tun, ist es notwendig, sein eigenes Fleisch auf den Rost zu legen‹«. Es gehe also darum, so wiederholte Franziskus, »sich selbst aufs Spiel zu setzen, und diese Reise, sich zur Verkündigung aufzumachen und dabei das Leben zu riskieren – weil ich mein Leben aufs Spiel setze, mein Fleisch – verfügt nur über die Hinfahrkarte, nicht auch die Rückfahrkarte«. Denn »zurückkehren ist Apostasie«.

Also »Verkündigung Jesu Christi mit dem Zeugnis«. Und »Zeugnis bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Was ich sage, mache ich«, betonte der Papst erneut. Im Übrigen »hat Jesus die Gesetzeslehrer jener Zeit getadelt, die so viele schöne Dinge sagten, aber das Gegenteil taten«. Es überrasche nicht, dass »der Rat, den Jesus den Menschen gab, lautete: ›Tut alles, was sie sagen, doch ahmt nicht nach, was sie tun‹«. Denn, so fügte er hinzu: »um Verkündigung zu sein, muss das Wort Zeugnis sein«.

Doch »wie viel Ärgernis erregen wir Christen, wenn wir sagen, wir seien Christen, und dann wie Heiden, wie Ungläubige leben, als ob wir keinen Glauben hätten«, gestand der Papst und forderte dazu auf, »Kohärenz zwischen dem Wort und unserem Leben zu haben: das heißt Zeugnis«. Und so »ist der Apostel, der Überbringer, der Verkünder, derjenige, der das Wort Gottes bringt, ein Zeuge, der sein Leben bis zum Ende aufs Spiel setzt«. Und »er ist auch ein Märtyrer«.

An diesem Punkt, so Franziskus, »kann sich jemand fragen, wer diese Methode erfunden hat, um eine Person wie Jesus bekannt zu machen: es ist dies eine dem Christentum eigene Methode. Wer hat sie erfunden? Vielleicht der heilige Petrus oder der heilige Andreas? Nein, Gott der Vater, weil es seine Methode war, sich kennenlernen zu lassen: seinen fleischgewordenen Sohn zu senden und sein Leben aufs Spiel zu setzen«.

In der Tat, sagte der Papst: »Der erste Glaubensakt ist: ›Ich glaube, dass der Sohn Fleisch geworden ist‹«. Und auch diese Aussage »hat sehr viel Ärgernis erregt und tut dies auch weiterhin: Gott hat sich selbst zu einem von uns gemacht«. Auch das »war eine Reise mit einer einfachen Hinfahrkarte: Der Teufel versuchte, ihn zu überreden, einen anderen Weg einzuschlagen, und er wollte es nicht, er tat den Willen des Vaters bis zum Ende«. Doch »seine Verkündigung muss denselben Weg nehmen, das Zeugnis, denn er war der Zeuge des Vaters, der Fleisch geworden ist«. Und auch »wir müssen Fleisch werden, das heißt Zeugen werden: tun, tun, was wir sagen, und das ist die Verkündigung Christi«.

»Die Märtyrer sind jene, die zeigen, dass die Verkündigung wahr war«, erklärte der Papst. Sie seien »Männer und Frauen, die ihr Leben gaben – die Apostel gaben ihr Leben – mit dem Blut«. Aber es gebe »auch viele Männer und Frauen, die in unserer Gesellschaft und in unseren Familien verborgen sind und die jeden Tag in Stille Zeugnis von Jesus Christus ablegen, jedoch mit ihrem Leben, mit der Kohärenz, das zu tun, was sie sagen«.

»Wir alle sind getauft und haben mit der Taufe die Sendung, Jesus Christus zu verkündigen«, so der Papst erneut. Wenn wir also »so leben, wie Jesus uns gelehrt hat zu leben, dann leben wir in Einklang mit dem, was wir predigen, die Verkündigung wird fruchtbar sein«. Doch »wenn wir ohne Kohärenz leben, wenn wir etwas sagen und etwas anderes, Gegenteiliges tun, dann wird das Ergebnis das Ärgernis sein; und das Ärgernis, das Christen geben, fügt dem Volk Gottes sehr, sehr großen Schaden zu«.

»Bitten wir den Herrn um die Gnade«, so schloss Franziskus, »wie Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes« zu handeln, »die das Boot verlassen haben, die Netze, den Vater, die Familie: alles zu verlassen, was uns davon abhält, in der Verkündigung des Zeugnisses voranzugehen«. Denn »wir alle haben etwas, das wir hinter uns lassen müssen, wir alle. Wir suchen nach etwas? Lassen wir es. Jene Haltung, jene Sünde, jenes Laster: jeder kennt das Seine«. Aus diesem Grund, so wiederholte er, »bitten wir um die Gnade des Verlassens: um kohärenter zu sein und Jesus Christus zu verkündigen, damit die Menschen mit unserem Zeugnis glauben«.

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20. April 2019

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