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Ein eingelöstes Versprechen

· Interview mit P. La Manna, Präsident des Astralli-Zentrums für Flüchtlinge, das der Papst am 10. September besuchen wird ·

Die Reise, die Papst Franziskus in die Peripherien des Daseins unternimmt, führt ihn auch durchs Zentrum von Rom. In der Via degli Astralli Nr. 14a, zwischen dem Kapitol und der Kirche »Il Gesù« gelegen, wird sich heute eine grüne Türe auftun, um Hunderte von Menschen aufzunehmen, die aus Ländern geflohen sind, in denen der Kriegszustand herrscht. Es ist der Sitz des Zentrums für Flüchtlinge und Asylbewerber, das 1981 von den Jesuiten ins Leben gerufen wurde und das jedermann unter dem Namen »Astralli-Zentrum« bekannt ist. Der Papst wird ihm am kommenden 10. September, wenig mehr als zwei Monate nach seinem Besuch in Lampedusa, einen Besuch abstatten, um ein Versprechen einzulösen, das er kurz nach seiner Wahl gegeben hat. In der Tat hatte er am 6. April mit P. Giovanni La Manna, Präsident, vor allem aber Seele des Zentrums, telefoniert, der ihm einen Brief geschrieben hatte, um ihn einzuladen. »Er hat mir zugesichert, dass er kommen würde«, so erinnert sich der Ordensmann, »aber er wusste noch nicht wann. Letzte Woche hat er mich wieder angerufen. Wieder auf dieselbe Art, ohne sich ankündigen zu lassen. Und er hat mir das Datum genannt. Jetzt müssen wir uns nur noch organisieren«-

P. La Manna, wie haben die Flüchtlinge, denen Sie im Zentrum beistehen, diese Nachricht aufgenommen, und was erwarten sie sich davon?

Als die Nachricht anfing, die Runde zu machen, herrschte keine Überraschung. Sie haben das erwartet, weil ich ihnen gleich nach dem ersten Anruf gesagt habe, dass der Papst kommen würde, sobald es möglich wäre, und dass er sie grüßen ließe. Die Welt der Flüchtlinge ist verwirrend, man kennt sie nie wirklich ganz. Deshalb möchte ich auch gar nicht erst versuchen, ihre Erwartungen zu interpretieren. Sie sollen sich frei fühlen, wenn sie sich dem Papst gegenüber sehen. Unsere Aufgabe besteht nur darin, diese Begegnung zu begünstigen. Sicher, in vielen ist immer noch die Erinnerung an das lebendig, was sie in Lampedusa erlebt haben, als ein Grüppchen von Flüchtlingen sich an der Mole hat um den Papst drängen können.

Wie sieht die Wirklichkeit der Flüchtlinge hier in Rom aus?

Hier herrscht weniger poetische Verklärung als in Lampedusa. Rom ist eine zweite Anlaufstelle. Hier herrscht das Problem der täglichen Auseinandersetzung mit der Bürokratie und mit ständigen Streichungen im Budget, die eine Folge der Krise sind, die vor allem die Letzten der Gesellschaft trifft. In der Tat verfügen wir nicht immer über all die Mittel, die nötig wären, um eine würdige Antwort auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge zu geben.

Ist das nur ein wirtschaftliches Problem?

Nein. Wir haben den Gemeinschaftssinn verloren. Wenn ein Flüchtling in Rom ankommt, kommt er an einen Ort, an dem es keine Bezugspunkte gibt. Und wenn ein Mensch, der sich in einer schwierigen Lage befindet, außerdem auch noch ohne Bezugspunkte auskommen muss, dann verschlimmert sich seine Lage nur noch.

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20. April 2018

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