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Dreifache Liebe für eine Ehe

· Heilige Messe in Santa Marta ·

Die von Papst Franziskus am 2. Juni im Haus Santa Marta gefeierte heilige Messe war ein kleines Fest für 15 Ehepaare, die ein Ehejubiläum feiern konnten. Ausgehend von der Lebenserfahrung dieser Familien zeigte der Papst die wesentlichen Linien des Ehesakraments und »der bräutlichen Liebe Jesu zur Kirche«, das heißt »zu uns allen«, auf: Treue, Ausdauer, Fruchtbarkeit.

Die Reflexion über die Liebe ging vor allem von der Abschiedsrede Jesu im Johannesevangelium (16,29-33) aus. Jesus, so erläuterte der Papst, »kommt wieder auf dasselbe Thema zu sprechen: die Welt, der Geist der Welt, der uns so sehr schadet, und der Geist, den er bringt, den Geist der Seligpreisungen, den Geist des Vaters«. Jesus sage ausdrücklich: »Der Vater ist bei mir.« Und deshalb »besiegt er die Welt«.

»Der Vater hat Jesus zu uns gesandt«, so der Bischof von Rom weiter, weil »er die Welt so sehr geliebt hat, dass er, um sie zu retten, seinen Sohn gesandt hat, aus Liebe«. Das heiße: »Jesus wird aus Liebe gesandt und Jesus liebt.« Der Papst stellte dann die Frage, wie die Liebe Jesu beschaffen sei. »Sehr häufig haben wir dumme Sachen über die Liebe Jesu gelesen. Aber die Liebe Jesu ist groß.« Und insbesondere verwies er auf die »dreifache Liebe Jesu«.

Vor allem liebe Jesus »den Vater im Heiligen Geist«. Das sei eine »geheimnisvolle« und »ewige« Liebe. So sehr, dass wir uns »nicht vorstellen können, wie groß, wie schön diese Liebe ist«. Wir könnten lediglich »um die Gnade bitten, sie einmal zu sehen, wenn wir dort sind«. Die »zweite Liebe Jesu gilt seiner Mutter«. Das sähen wir »am Schluss: unter so viel Leid, so vielen Schmerzen, am Kreuz hat er an seine Mutter gedacht und gesagt: ›Sorge für sie!‹« Schließlich gelte »die dritte Liebe Jesu der Kirche, seiner Braut aus Liebe: schön, heilig, sündig. Aber er liebt sie trotzdem.«

Die Anwesenheit der 15 Ehepaare veranlasste den Papst, im zweiten Teil seiner Meditation über die Ehe zu sprechen. »Der heilige Paulus«, erklärte er, »nennt das Sakrament der Ehe ein großes Sakrament, weil Jesus sich mit seiner Kirche vereinigt hat und jede christliche Ehe ein Widerschein dieser Hochzeit Jesu mit der Kirche ist.«

Der Papst sagte, dass er am liebsten jedes Ehepaar bitten würde zu erzählen, »was in dieser Zeit geschehen ist, in diesen 60, 50, 25 Jahren«. Aber »dann würden wir kaum bis heute Mittag fertig werden, und darum lassen wir dies«, fügte er sofort hinzu. Aber, so fuhr er fort, »wir können etwas über die bräutliche Liebe Jesu zu seiner Kirche sagen«. Diese Liebe habe »drei Merkmale: sie ist treu, sie ist standhaft – Jesus wird nie müde, seine Kirche zu lieben – und sie ist fruchtbar«.

Vor allem »ist es eine treue Liebe. Jesus ist treu«, wie uns auch der heilige Paulus in Erinnerung rufe. »Die Treue«, so der Papst, »ist gerade das Wesen der Liebe Jesu. Und die Liebe Jesu zu seiner Kirche ist treu. Diese Treue sei wie ein Licht für die Ehe: die Treue der Liebe, immer!« Der Papst gab zu, dass »es schlimme Momente gibt, sehr oft streitet man. Aber am Ende kommt man zurück, man bittet um Vergebung und die eheliche Liebe geht weiter, wie die Liebe Jesu zu seiner Kirche.«

Das Eheleben sei dann »auch eine standhafte Liebe«, denn wenn diese Entschlossenheit fehle, »kann die Liebe nicht voran kommen«. In der Liebe brauche es »Ausdauer, in den schönen und in den schweren Augenblicken, wenn es Probleme mit den Kindern gibt, finanzielle Probleme«. Auch in diesen Situationen »hält die Liebe an, geht sie weiter, immer, indem man versucht, eine Lösung zu finden, um die Familie zu retten«. Und erneut an die anwesenden Ehepaare gewandt, besonders jene, die ihr 60. Ehejubiläum feierten, wies der Bischof von Rom darauf hin, dass diese Erfahrung der Ausdauer etwas Schönes sei, bezeugt »von einem Mann und einer Frau, die jeden Morgen aufstehen und die Familie weiterbringen«.

Anschließend erwähnte der Papst die Fruchtbarkeit »als drittes Merkmal der Liebe Jesu zu seiner Braut, der Kirche. Die Liebe Jesu lässt seine Braut fruchtbar werden, lässt die Kirche fruchtbar werden mit neuen Söhnen und Töchtern, neuen Taufen. Und die Kirche wächst mit dieser hochzeitlichen Fruchtbarkeit der Liebe Jesu.« Allerdings »schickt der Herr manchmal keine Kinder: das ist eine Prüfung«. Und »es gibt noch andere Prüfungen: wenn ein krankes Kind kommt, sehr viele Probleme«. Diese Prüfungen »bringen die Ehen weiter, wenn sie auf Jesus schauen und aus der Kraft der Fruchtbarkeit schöpfen, die Jesus in seiner Kirche hat, die Kraft der Liebe, die Jesus zu seiner Kirche hat«.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst daran, dass »Jesus die Ehen nicht gefallen, die keine Kinder wollen, die unfruchtbar bleiben wollen«. Sie seien das Produkt der »Wohlstandskultur von vor zehn Jahren«, nach der es »besser ist, keine Kinder zu haben. Denn dann könne man in den Ferien die Welt kennenlernen, ein Haus auf dem Land haben und in Ruhe und Frieden leben.« Dies sei eine Kultur, die behauptet, dass es »bequemer sei, ein Hund und zwei Katzen zu haben«, so gelte »die Liebe den zwei Katzen und dem Hündchen«. So allerdings »ende die Ehe im Alter in der Einsamkeit, mit der Bitterkeit der schlechten Einsamkeit: sie ist nicht fruchtbar, sie tut nicht das, was Jesus mit seiner Kirche tut«.

Abschließend betete der Papst für die Ehepaare und bat den Herrn, »dass eure Ehe schön sein möge, mit Kreuzen, aber schön, wie die Verbindung Jesu mit der Kirche: treu, standhaft und fruchtbar«.

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16. Dezember 2019

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