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Die Unruhe der Jugendlichen

Es heißt, dass die Spontaneität und Authentizität der Gesten und Worte zum großen Teil die Aufmerksamkeit und Zustimmung erklären, die Papst Franziskus in völlig unterschiedlichen Umfeldern weckt. Dieses Phänomen ist vor allem auf den internationalen Reisen zu verzeichnen, die seit über einem halben Jahrhundert zu einer immer wichtigeren Form des päpstlichen Dienstes geworden sind. All das wurde auch auf der Reise nach Polen deutlich, von der der Papst im Gespräch mit den Journalisten auf dem Rückflug von Krakau eine erste rasche Bilanz gezogen hat. Sie führte ihn in eine Nation und unter Menschen, für die der Heilige Vater vier Adjektive benutzt hat: schön, begeistert, edel, gut.

Vor allem die Worte des Papstes hinterließen – nicht nur bei den Medien – einen positiven Eindruck: von den Meditationen bei den Gottesdiensten über die Dialoge – teilweise aus dem Stegreif und von außerordentlicher Lebendigkeit – mit den Jugendlichen, die zum Weltjugendtag versammelt waren, bis hin zu den Gesprächen mit den Journalisten im Flugzeug. Es ging dabei um Themen von dringender Aktualität, unter denen zweifellos die klare Ablehnung terroristischer Barbarei und ihre – negative und objektiv unbegründete – Gleichstellung mit einer Religion herausragt.

»Ich glaube, dass es nicht richtig ist, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen«, wiederholte der Papst noch einmal, in Übereinstimmung mit seinen Vorgängern und mit der konziliaren Erneuerung, die feste Grundlagen für den Dialog zwischen verschiedenen Glaubensüberzeugungen geschaffen hat. Und zu Recht hat Papst Franziskus daran erinnert, dass trotz der Gefahr der Fundamentalismen zahlreiche muslimische Gläubige den Willen haben, den Frieden und die Begegnung zu suchen, vor allem in einigen afrikanischen Ländern. Der Widerstand gegen den gewalttätigen Extremismus, der vom sogenannten »Islamischen Staat« ausgeübt und propagiert wird, muss jedoch begleitet werden von der Überwindung der Unwissenheit und einer dringenden Gewissenserforschung hinsichtlich der Werte, die den Jugendlichen in den Wohlstandsgesellschaften mit ihrem ungezügelten Konsum – die sich im Übrigen in einer Krise befinden – angeboten werden.

Daher ist die in Frankreich ins Leben gerufene und in Italien aufgegriffene Initiative, islamische Gläubige in die Kirchen einzuladen, zweifellos positiv. Und daher ist es wichtig, das Gespräch des Papstes mit den Journalisten aufmerksam zu lesen. Nicht zufällig hat Papst Franziskus, der kurz zuvor aus dem Stegreif ein leidenschaftliches Gespräch mit den freiwilligen Helfern des Weltjugendtages geführt hatte, mit einem Lob der Jugendlichen begonnen, die zu Hunderttausenden auf den Straßen von Krakau unterwegs waren, ihm in beeindruckender Stille zugehört und mit ihm gebetet haben. »Ich spreche gerne mit den Jugendlichen. Und ich höre den Jugendlichen gerne zu«, sagte er und erläuterte gleich darauf: »suchende, unruhige Jugendliche, kreative Jugendliche«. Denn auch sie, »wie wir, wie alle«, fügte er hinzu, »sagen Dummheiten und sagen gute Dinge«. Und gerade die sehr lebhaften Gespräche mit den Mädchen und Jungen in Krakau erläutern die Sorgen des Papstes und sein Lob auf die Unruhe der Jugendlichen: eine existenzielle und geistliche Unruhe, die der Heilige Vater, wie er selbst mehrfach berichtet hat, persönlich erlebt hat. Und die der junge argentinische Jesuit dann wiederentdeckt haben muss im Bericht des Pilgers: Unter diesem Titel ist seit fast einem Jahrhundert die kurze und leidenschaftliche Autobiographie bekannt, die Ignatius von Loyola einigen Gefährten diktiert hat.

Giovanni Maria Vian

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17. Juli 2018

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