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Die symbolische Macht des Frauenkörpers

Wir möchten das Jahr – ein Jahr, das vor allem für die Frauen ein Jahr der Schmerzen war – mit einer Hoffnung beschließen. Diese Bilder, auf denen es eine Frau, allein und hilflos, dank ihrer Schwäche fertigbringt, mit der Gewalt einer Gruppe bewaffneter Männer fertig zu werden, scheinen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Perspektiven des Friedens und der Achtung vor den Schwachen, im Namen von etwas, das wir alle gemein haben: wir wurden von einer Frau zur Welt gebracht und sind am Leben, weil eine Frau uns in ihrem Leib empfangen hat und uns in unserer Kindheit gehegt und gepflegt hat, bis wir groß genug waren, uns selbst um uns zu kümmern.

Diese für das Menschengeschlecht bezeichnende Eigenschaft ist nicht etwa nur eine biologische Tatsache, sondern eine komplexe Erfahrung, die eine unentgeltliche Hingabe, Selbstlosigkeit zugunsten eines anderen ohne Aussicht auf eine wie auch immer geartete Belohnung umfasst. Ja, wir wissen, dass die, deren wir uns angenommen haben, künftig notwendigerweise ihren eigenen Weg gehen werden.

Wenn wir der christlichen Tradition gemäß alle als gleich gelten, da wir alle Kinder Gottes sind, dann können wir hinzufügen, dass der Erfahrung aller Menschen zufolge, welchem Volk oder welcher Religion sie auch angehören mögen, alles seinen Ausgang nimmt im Mutterleib, in der unentgeltlichen Hingabe einer Frau. Von Frauen geboren. Mutterschaft als Erfahrung und Institution ist der Titel eines berühmten Buches von Adrienne Rich, das alle Menschen an diese gemeinsame Herkunft erinnert.

Jede Frau verkörpert folglich in ihrer Eigenschaft als potentielle Mutter die Möglichkeit, die Erinnerung, das Symbol dieser unentgeltlichen Hingabe – fast immer der einzigen dieser Art, die wir im Leben kennenlernen –, und eben deshalb ist ihre schwache und wehrlose Präsenz so mächtig, dass sie ganzen Heeren Einhalt gebieten kann.

Eine Psychoanalytikerin und Schriftstellerin, Silvia Vegetti Finzi, eine feministische Philosophin, eine Vordenkerin des italienischen Feminismus, Luisa Muraro, sowie eine bedeutende Journalistin, Lucia Annunziata, kommentieren diese Bilder und begleiten uns bei der Interpretation von deren tiefster Wirklichkeit. Es bleibt uns nichts anderes zu tun, als sie zu lesen und dabei unser Herz der Hoffnung zu öffnen, in Erinnerung daran, dass das Heil im Christentum vom »Ja« eines ganz jungen und unglaublich mutigen Mädchens abhängt.

(Lucetta Scaraffia)

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18. Juli 2018

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