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Die Stärke des Bischofs

· Santa Marta ·

»Dieser Tage hat es den Anschein, dass der Große Ankläger losgelassen wurde und dass er etwas gegen die Bischöfe habe«, wobei er versuche, »die Sünden offenzulegen, damit sie gesehen würden, um dem Volk Ärgernis zu bieten«. Doch »die Stärke des Bischofs – eines Mannes des Gebets, inmitten seines Volkes, und der sich von Gott auserwählt fühlt – gegen den Großen Ankläger ist das Gebet, das Gebet Jesu für ihn wie auch das eigene«. Es ist ein Gebet »für unsere Bischöfe: für mich, für diese, die hier vor mir sind, und für alle Bischöfe der Welt«, um das Papst Franziskus bei der Feier der Messe in Santa Marta am Dienstag, 11. September, bat. Und den Bischöfen legte er ans Herz, immer »nahe beim Volk Gottes zu sein, ohne zu einem aristokratischen Leben überzugehen«, das ihnen ihre »Salbung« nehme, und ohne ein »Aufsteiger« zu sein oder »Zuflucht bei den Mächtigen und den Eliten zu suchen«.

»Die Einfachheit, auch die Transparenz gehen zu Herzen, mit denen Lukas von der Wahl der Apostel berichtet, den ersten Bischöfen«, so der Papst, der den Abschnitt des Tagesevangeliums (Lk 6,12-19) kommentierte. Und sofort aktualisierte er die Betrachtung und rief in Erinnerung, dass derzeit »hier in Rom drei Kurse für Bischöfe stattfinden, einer ist schon zu Ende«. Es sei ein »Fortbildungskurs für die Bischöfe organisiert worden, die vor zehn Jahren geweiht wurden«, und »der in diesen Tagen zu Ende gegangen ist«.

Des Weiteren »finden in diesem Moment zwei Kurse statt: einer für vierundsiebzig Bischöfe, die zu den Bistümern gehören, die von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker betreut werden«. Und ein weiterer, an dem »130-140« Bischöfe teilnähmen, »die zur Kongregation für den Klerus gehören«. Also alle »neuen Bischöfe, mehr als 200«, die an »diesen zwei Kursen« teilnähmen. Und so, gestand Franziskus, »habe ich gedacht, dass es zu dieser Zeit«, in der »im Vatikan diese Arbeit mit den neuen Bischöfen getan wird, vielleicht gut sein wird, ein wenig über diese Erwählung der Bischöfe nachzudenken: wie Jesus es das erste Mal getan hat und was uns das lehrt«.

»Drei Dinge sind es«, so erläuterte Franziskus in diesem Zusmmenhang, »die bei der Haltung Jesu beeindrucken«. Vor allem, »dass Jesus betet«. Der Evangelist Lukas schreibe: »Es geschah aber in diesen Tagen, dass er auf einen Berg ging, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott«. Die »zweite« Haltung bestehe darin, dass »Jesus wählt: er ist es, der die Bischöfe wählt«. Und »drittens: Jesus steigt mit ihnen den Berg herab und findet das Volk vor: mitten unter dem Volk«. Gerade dies, klärte der Papst, seien die »drei Dimensionen des Bischofsamts: Beten, auserwählt sein und beim Volk sein«.

»Jesus betet, und er betet für die Bischöfe«, fuhr der Papst fort. »Das ist der große Trost, den ein Bischof in hässlichen Momenten hat: Jesus betet für mich. In diesem Moment betet Jesus für mich«. Im übrigen »hat er ausdrücklich zu Petrus gesagt: ›Ich werde für dich beten, dass dein Glaube nicht erlischt‹«. Denn Jesus »betet für alle Bischöfe. In diesem Moment, vor dem Vater, betet Jesus. Der Bischof findet Trost und Kraft in diesem Bewusstsein, dass Jesus für ihn betet«. Und »das führt ihn dazu, selbst zu beten«. Denn »der Bischof ist ein Mann des Gebets«.

»Petrus hatte diese Überzeugung«, erinnerte der Papst, »als er dem Volk die Aufgabe des Bischofs verkündete: ›Unsere Aufgabe ist das Gebet und die Verkündigung des Wortes‹. Er sagte nicht: ›Uns kommt die Organisation der Pastoralpläne zu‹«. Also: Raum »für das Gebet und die Verkündigung des Wortes«. Auf diese Weise »weiß sich der Bischof durch das Gebet Jesu behütet, und das führt ihn dazu, selbst zu beten«. Was im Übrigen »die erste Aufgabe des Bischofs ist. Für das Volk Gottes zu beten, für sich selbst, für das Volk Gottes. Der Bischof ist Mann des Gebets«.

»Die zweite Dimension, die wir hier sehen«, so der Papst weiter, »besteht darin, dass Jesus die Zwölfe ›auserwählte‹: nicht sie sind es, die wählen«. Und »das auch bei den ersten Jüngern: jener Besessene von Gerasa wollte Jesus folgen«, nach der Befreiung von den Dämonen. Doch Jesus habe ihm geantwortet: »Nein, ich wähle dich nicht, du bleibst hier und tust Gutes hier«. Denn »der treue Bischof weiß, dass nicht er es ist, der gewählt hat; der Bischof, der Jesus liebt, ist kein Aufsteiger, der mit seiner Berufung vorangeht, als sei diese eine Funktion, vielleicht auch mit dem Blick auf eine andere Möglichkeit, voranzukommen und hochzusteigen«. In Wirklichkeit »fühlt sich der Bischof als Auserwählter. Und er besitzt die Gewissheit, auswählt worden zu sein. Und das führt ihn zum Dialog mit dem Herrn: ›Du hast mich erwählt, der ich gering bin, der ich ein Sünder bin‹. Er ist demütig. Denn wenn er sich auserwählt fühlt, spürt er den Blick Jesu auf seinem Dasein, und das schenkt ihm Kraft«.

Kurzum, der Bischof ist »Mann des Gebets, ein Mann, der sich von Jesus auserwählt fühlt«. Und dann fügte Franziskus als drittes Element hinzu: Er sei »ein Mann, der keine Angst hat, in eine Ebene hinabzusteigen und dem Volk nahe zu sein: Es ist gerade der Bischof, der sich nicht vom Volk entfernt; im Gegenteil, er weiß, dass es im Volk eine Salbung für seinen Beruf gibt und er findet im Volk die Wirklichkeit, Apostel Jesu zu sein«. Das sei »der Bischof, der sich vom Volk nicht fern hält, der keine Haltungen annimmt, die ihn dazu führen, fern vom Volk zu sein; der Bischof berührt das Volk und lässt sich vom Volk berühren. Er sucht seine Zuflucht nicht bei den Mächtigen, bei den Eliten, nein. Die Eliten werden den Bischof kritisieren. Das Volk hat diese Haltung der Liebe zum Bischof, und es hat etwas, das wie eine spezielle Salbung ist: es bestätigt den Bischof in seiner Berufung«.

»Ein Mann inmitten des Volkes, ein Mann, der sich von Gott erwählt fühlt und ein Mann des Gebets: das ist die Stärke des Bischofs«, wiederholte der Papst, der riet: »Es tut gut, wenn man sich dessen in diesen Zeiten entsinnt, in denen es scheint, als sei der Große Ankläger entfesselt worden und gehe gegen die Bischöfe vor. Es ist wahr, sie sind, wir alle sind Sünder, wir Bischöfe« Der Große Ankläger, unterstrich der Papst, »versucht, die Sünden zu enthüllen, damit sie gesehen werden, um dem Volk Ärgernis zu bieten. Der Große Ankläger, der, wie er selbst im ersten Kapitel des Buchs Ijob zu Gott sagt, ›durch die Welt zieht und danach sucht, wie er anklagen kann‹. Die Kraft des Bischofs gegen den Großen Ankläger ist das Gebet, jenes Gebet Jesu für ihn und sein eigenes; und die Demut, sich auserwählt zu fühlen und nahe bei Volk Gottes zu bleiben, ohne zu einem aristokratischen Leben überzugehen, das ihm diese Salbung nimmt«.

Abschließend lud Franziskus dazu ein, »heute für unsere Bischöfe« zu beten: »Für mich, für diese, die hier vor mir sind, und für alle Bischöfe der Welt«.

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22. September 2018

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