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Die Jagd nach Reichtum

· Messe in Santa Marta ·

»Geld, Eitelkeit und Macht« machen den Menschen nicht glücklich. Die wahren Schätze, die Reichtümer, die wirklich zählen, seien »die Liebe, die Geduld, der Dienst am Nächsten und die Anbetung Gottes«. So lautet die Botschaft, die Papst Franziskus während der Frühmesse, die er am Freitag, 20. Juni, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte, verkündet hat.

Im Mittelpunkt der Reflexion des Papstes standen die Worte Jesu, die im Matthäusevangelium (6,19-23) überliefert sind: »Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.« Um es kurz zu fassen, so kommentierte der Papst, »der Rat Jesu ist ganz einfach: Sammelt euch hier auf der Erde keine Schätze! Das ist ein kluger Ratschlag«. Jesus füge in der Tat noch hinzu: »Schau, das führt zu nichts, verlier damit keine Zeit!«

Die Schätze, vor denen Jesus wiederholt warne, seien vor allem drei. »Der erste Schatz ist das Gold, das Geld, die Reichtümer«, so erläuterte der Bischof von Rom. Und tatsächlich »kannst du dir dieses« Schatzes »nicht sicher sein, denn vielleicht stehlen sie ihn dir. Du hast keine Sicherheit bei Investitionen: vielleicht gibt es einen Börsencrash, und dir bleibt nichts!« Und »sag mir dann: macht es dich glücklich, wenn du einen Euro mehr hast, oder nicht?« Also, so fuhr der Papst fort, »sind die Reichtümer ein gefährlicher Schatz«. Aber, so warnte er, »wenn du sie wie einen Schatz anhäufst, dann rauben sie dir die Seele«. Aus diesem Grund »kommt Jesus im Evangelium auf dieses Thema zurück, auf die Reichtümer. Auf die Gefahr, die die Reichtümer darstellen, die Gefahr, die darin besteht, seine Hoffnungen auf die Reichtümer zu setzen«. Und er sage, man solle vorsichtig sein, da dies ein Schatz sei, »der nicht dient«.

Der zweite Schatz, von dem der Herr spreche, sei »die Eitelkeit«, also der Versuch, »Prestige zu erlangen, sich zu zeigen«. Jesus verurteile dieses Verhalten stets: »Denken wir daran, was er zu den Schriftgelehrten sagt, wenn sie fasten, wenn sie Almosen geben, wenn sie beten, um gesehen zu werden«. Im Übrigen diene auch »die Eitelkeit zu nichts, sie endet. Die Schönheit endet«. In diesem Kontext zitierte der Papst eine Formulierung – die er als »etwas krass« bezeichnete – des heiligen Bernhard von Clairvaux, demzufolge »deine Schönheit am Ende den Würmern zur Nahrung dienen wird«.

Der Stolz, die Macht »ist der dritte Schatz«, den Jesus als unnütz und gefährlich bezeichnet habe. Eine Wirklichkeit, die in der ersten Schriftlesung betont worden war, die dem 2. Buch der Könige (11,1-4.9-18.20) entnommen war, wo man die Geschichte der »grausamen Königin Atalja« liest: »ihre große Macht dauerte sieben Jahre lang, und dann wurde sie getötet«. Kurz, »du bist da, und morgen bist du gestürzt«, weil »die Macht endet: wie viele große, stolze, mächtige Männer und Frauen haben ganz anonym geendet, im Elend oder im Gefängnis …«.

Das also sei die Quintessenz der Lehre Jesu: »Häuft nichts an! Häuft kein Geld an, häuft keine Eitelkeit an, häuft keinen Stolz und keine Macht an! Diese Schätze sind nutzlos!« Vielmehr seien es andere Schätze, die man sammeln solle, so bekräftigte der Papst. In der Tat »gibt es eine Arbeit des Schätze Sammelns, die gut ist«. Jesus sage dies auf derselben Seite des Evangeliums: »Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz«. Genau das sei »die Botschaft Jesu: ein freies Herz zu haben«. Wenn hingegen »dein Schatz aus Reichtümern, aus Eitelkeit, aus Macht, aus Stolz besteht, dann wird dein Herz in Ketten gelegt, dein Herz wird der Knecht der Reichtümer, der Eitelkeit, des Stolzes«.

Aus dieser Perspektive rief Papst Franziskus dazu auf, »ein freies Herz« zu haben, gerade deshalb weil Jesus ganz ausdrücklich »über die Freiheit des Herzens zu uns spricht«. Und »ein freies Herz kann man nur mit den Schätzen des Himmels haben: der Liebe, der Geduld, dem Dienst am Nächsten, der Anbetung Gottes«. Dies »sind die wahren Reichtümer, die nicht gestohlen werden«. Die anderen Reichtümer – Geld, Eitelkeit, Macht – »beschweren das Herz, legen es in Ketten, gewähren ihm keine Freiheit«.

Man müsse sich also darauf konzentrieren, die wahren Reichtümer anzuhäufen, die, die »das Herz befreien« und dich zu »einem Mann bzw. einer Frau mit jener Freiheit machen, die die Kinder Gottes haben«. Hierzu stehe im Evangelium, dass »wenn dein Herz geknechtet ist, dann wird dein Auge, dein Herz finster sein«. In der Tat, so betonte Papst Franziskus, »ein geknechtetes Herz ist kein leuchtendes Herz: es wird finster sein!« Daher »häufen wir, wenn wir irdische Schätze sammeln, die zu nichts dienen, uns keine Freude schenken, eine Finsternis an. Vor allem aber schenken sie uns keine Freiheit«.

Hingegen, so betonte der Bischof von Rom, »ist ein freies Herz ein leuchtendes Herz, das die Anderen erleuchtet, das den Weg zeigt, der zu Gott hinführt«. Es sei »ein leuchtendes Herz, das nicht in Fesseln liegt, es ist ein Herz, das vorangeht und das auch gut altert, denn es altert wie ein guter Wein: wenn der gute Wein altert, ist er ein hervorragender alter Wein!« Andererseits, so fügte er hinzu, »ist ein Herz, das nicht leuchtend ist, wie ein schlechter Wein: wenn die Zeit verstreicht, wird er noch schlechter und wird zu Essig«.

Der Papst schloss mit der Aufforderung, den Herrn darum zu bitten, dass er »uns diese spirituelle Klugheit schenke, gut zu verstehen, wo mein Herz ist, an welchem Schatz mein Herz hängt«. Und »dass er uns auch die Kraft verleihen möge, ›die Ketten zu sprengen‹, sofern es angekettet ist, damit es frei werde, damit es leuchtend werde und uns dieses schöne Glück der Kinder Gottes schenke, die wahre Freiheit.«

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24. Juli 2019

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