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Die Fortpflanzung

Ein Körper, der aus einem anderen Körper geboren wird: das ist die Bedeutung des Wortes »Fortpflanzung«. Die Frauen sind es, die einen anderen Menschen zur Welt bringen. Romane, Gedichte, Wissenschaft und Technik haben Jahrhunderte lang diesen entscheidenden Augenblick des menschlichen Lebens untersucht, erkundet, darüber meditiert und geforscht, der mysteriös und gleichzeitig sichtbar und ganz konkret, universal und zugleich ganz intim und persönlich ist. Die Fortpflanzung ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang, aber er ist immer noch nicht leicht, und zwar aus zahlreichen und ganz verschiedenen Gründen.

Denn viele Frauen und viele Neugeborene können dabei in weiten Teilen der Welt sterben oder krank werden, wie Chiara Benedetto berichtet, die Präsidentin des European Board and College of Obstetrics and Gynaecology. Denn zum Thema der Fortpflanzung liefern sich Wissenschaft und Technik, die ihr sehr wohl zu Hilfe kommen könnten, eine erbitterte Debatte, wie uns Josephine Quintavalle, die Gründerin von Core (Comment on Reproductive Ethics), erläutert. Und doch bewahrt die Fortpflanzung trotz allem, trotz der weiterhin fortbestehenden alten Gefahren der Rückständigkeit und der keineswegs weniger schwerwiegenden zwiespältigen Risiken der Moderne, selbst unter den schwierigsten und tragischsten Umständen ihr Geheimnis, ihre Stärke. Silvina Pérez erzählt Arias Geschichte, die Geschichte einer verfolgten Jesidin, der alles genommen wurde, die von den IS-Milizen vergewaltigt wurde, die entdeckte, dass sie schwanger war, und die ihren Bericht mit den folgenden Worten beendet: »Aber ich gehe weiter. In einigen Monaten werde ich diesem Kind einen Namen geben müssen. Ich werde nie wieder nach Mossul zurückkehren können. Ich werde diese Schande niemals tilgen können. Ich bin tot, aber in mir ist das Licht des Lebens.« Dieses Licht, über das Aria spricht und das sich in der Mutter-Kind-Beziehung entzündet, bleibt nicht etwa bei der gleichwohl wichtigen Beziehung zwischen Körpern stehen, sondern es kann sich davon unabhängig vermitteln. Die Mutterschaft kann auch geistiger Art sein. Die Mutterschaft der Ordensfrauen, die Mutter Maria Barbagallo meisterhaft beschreibt, ist keineswegs weniger tiefgründig. Und sie ist das hervorragendste Beispiel für die Fähigkeit des Glaubens, eine Empfindung so zu preisen und weit zu machen, dass sie universal wird und das Dasein all der Menschen durchdringt, die ihren Wert in vollem Umfang akzeptieren. Zum Ende dieses Jahres der Reflexion über die Theologie der Frau beschließt eine zwei Seiten umfassende Dokumentation des Gesprächs am Runden Tisch, das am vergangenen 3. November in der Redaktion stattgefunden hat, diese Ausgabe.

Ritanna Armeni

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17. Januar 2020

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