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Die christliche Gemeinschaft
in drei Pinselstrichen

· Messe des Papstes in Santa Marta ·

Harmonie, Zeugnis, Fürsorge für die Bedürftigen: dies sind die »drei Pinselstriche« des Bildes, das eine christliche Gemeinschaft darstellt, ein Werk des Heiligen Geistes nach dem Vorbild jenes »aus dem Himmel geborenen Volkes«, das sich aus Menschen zusammensetzte, »die sich noch nicht als Christen bezeichneten«, es aber verstanden, von Jesus Christus Zeugnis abzulegen.

Dieses Bild stammt von Papst Franziskus, der sich heute früh, Dienstag, 29. April, im Verlauf der Frühmesse in Santa Marta auf einen Abschnitt aus der Apostelgeschichte (4, 32) bezog, um zu betonen, dass die Kirche, nachdem sie in der vergangenen Woche an den Sinn des »aus dem Himmel geboren Werdens« erinnert hatte, heute das Bild dessen zeigen solle, was »die Gemeinschaft der neuen Christen war«: ein »neugeborenes Volk«, das aus Menschen bestand, die »sich noch nicht als Christen bezeichneten«.

Der Papst setzte sich mit dem auseinander, was er als »die drei Pinselstriche« definierte, mit deren Hilfe uns die Liturgie dieses Bild gegenwärtig macht. »Die große Zahl derer, die Gläubige geworden waren«, so merkte er an, »war ein Herz und eine Seele; das ist das erste Merkmal«. Das zweite besteht in der Tatsache, dass es sich dabei um eine große Zahl von Menschen handelte, die »mit großer Kraft Zeugnis von Jesus, dem Herrn, ablegten«. Das dritte ist, dass »keiner unter ihnen Not litt«.

Das seien die »drei Eigentümlichkeiten dieses neugeborenen Volkes«, so erläuterte der Heilige Vater: »Die unter ihnen herrschende Harmonie, der Frieden; das kraftvolle Zeugnis für die Auferstehung Jesu Christi, und die Armen«. Gleichwohl »ist es nicht immer so gegangen«, fügte er hinzu. In der Tat seien im Lauf der Zeit »innere Kämpfe ausgebrochen, Kämpfe um die Lehre, Machtkämpfe untereinander. Auch im Verhältnis zu den Armen haben sich Probleme ergeben; die Witwen beschwerten sich darüber, dass ihnen nicht ausreichend geholfen würde«: Kurz, es herrschte kein Mangel an Schwierigkeiten.

Und doch zeige dieses Bild, wie »die Lebensweise einer christlichen Gemeinschaft« wirklich sein solle, der Gemeinschaft derer, die an Jesus glauben. Zunächst, so merkte Papst Franziskus an, sei es erforderlich, ein Klima zu schaffen, in dem »Friede und Harmonie« herrschten. »›[Die Gemeinde der Gläubigen] war ein Herz und eine Seele…‹ Der Friede, eine friedlich zusammenlebende Gemeinschaft. Das heißt«, so fügte er hinzu, »dass in dieser Gemeinschaft kein Platz ist für Gerede, für Eifersüchteleien, für üble Nachrede, für Verleumdungen«, sondern nur für den Frieden. Denn »die Vergebung, die Liebe deckten alles zu«.

Um eine christliche Gemeinschaft in diesem Sinne zu beurteilen, so führte Papst Franziskus aus, »müssen wir uns fragen, wie die Haltung der Christen ist. Sind sie sanftmütig, sind sie demütig? Gibt es in dieser Gemeinschaft interne Kämpfe um die Macht, Streit aus Neid? Gibt es Gerede? In dem Fall gehen sie nicht den Weg Jesu Christi«. In der Tat sei der Friede, der in einer Gemeinschaft herrsche, ein »äußerst wichtiges Merkmal. Es ist deshalb so wichtig, weil der Teufel stets versucht, unter uns Zwietracht zu säen. Er ist der Vater der Spaltung; er spaltet durch den Neid. Jesus zeigt uns diesen Weg, den Weg des Friedens unter uns, den Weg der Liebe unter uns«.

Indem er dann dazu überging, das zweite Merkmal dieses Bildes zu erläutern, forderte der Heilige Vater dazu auf, sich die Frage zu stellen, ob die christliche Gemeinschaft »Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi ablegt: glaubt diese Gemeinde, diese Gemeinschaft, diese Diözese wahrhaftig, dass Jesus Christus auferstanden ist?« Im Falle, dass die Antwort nicht explizit und entschieden ausfalle, »ist das Herz vielleicht weit entfernt« von dieser Gewissheit. Dagegen müsse man »Zeugnis dafür ablegen, dass Jesus lebt und unter uns ist«: nur so könne man überprüfen, wie es um eine Gemeinschaft bestellt sei.

Schließlich sprach der Papst über die Armen und über den Platz, den diese unter uns einnehmen. Man müsse sich hierzu einer Gewissensprüfung unterziehen, die man, so präzisierte er, in zwei Teile gliedern könne: »Wie ist deine Haltung, bzw. die Haltung dieser Gemeinschaft den Armen gegenüber?«; und dann: »ist diese Gemeinschaft arm? Arm an Herz oder geistig arm? Oder setzt sie ihr Vertrauen in die irdischen Güter, in die Macht?«

Abschließend betonte der Papst noch einmal die drei charakteristischen Merkmale einer christlichen Gemeinschaft: »Harmonie, Zeugnis, Armut, und Fürsorge für die Armen«. Gerade das, so erinnerte er, »ist es, was Christus dem Nikodemus erläuterte«, wobei er unterstrich, dass alles ein Werk des Heiligen Geistes sei, »des Einzigen, der dies bewirken kann«. Denn »die Kirche wird vom Geist geschaffen. Der Geist schafft die Einheit; der Geist drängt dich dazu, Zeugnis abzulegen; der Geist macht dich arm, denn er ist Reichtum; und er tut dies, damit du dich der Armen annehmen kannst. Das ist der Grund dafür, dass Jesus sagt: ›Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist‹. Man weiß es nicht: der Geist kommt und geht, aber er tut diese Dinge.«

Denken wir an unsere Gemeinschaften«, so lautete die abschließende Aufforderung, »an unsere Gemeinden, an unsere Bewegungen, an unsere Kollegien, an unsere Diözesen. Es wird uns gut tun, uns ein wenig hiermit zu vergleichen: Herrscht in meiner Gemeinschaft Friede und Harmonie, oder ist sie gespalten? Legt meine Gemeinschaft Zeugnis ab für Jesus Christus, oder weiß sie, dass Christus auferstanden ist, weiß sie es mit dem Verstand, tut aber rein nichts, verkündigt sie das nicht? Nimmt sich meine Gemeinschaft der Armen an? Ist sie eine arme Gemeinschaft?« Der Heilige Geist, so wünschte er, »möge uns dabei helfen, diesen Weg zu gehen, den Weg derer, die in der Taufe neu geboren sind.«

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18. Juli 2018

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