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Der Teufel will den Menschen zerstören,
weil Gott uns gleich wurde

· ​Messe in Santa Marta ·

Der Teufel existiert, und wegen seines Neides auf den Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, sät er den Hass in der Welt, der den Tod verursacht. Papst Franziskus bekräftigte dies in der Predigt bei der Morgenmesse am Dienstag, 12. November, im Haus Santa Marta, die der ersten Lesung mit dem Abschnitt aus dem Buch der Weisheit (2,23-3,9) gewidmet war. Der Papst analysierte den ersten Vers, in dem der Prophet in Erinnerung ruft: »Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht«, und sogleich fügte er noch hinzu: »Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt«.

Franziskus erklärte: »Der Neid jenes hochmütigen Engels, der die Menschwerdung nicht akzeptieren wollte«, habe ihn dazu veranlasst, »die Menschheit zu zerstören«. Und so komme etwas in unsere Herzen: »Eifersucht, Neid, Konkurrenzdenken«, zählte der Papst auf, wo wir doch »alle als Brüder und Schwestern in Frieden leben könnten«. So beginne »der Kampf und das Verlangen danach, zu zerstören«. Papst Franziskus nahm wieder seine »Dialoge« mit den Gläubigen auf: »Aber Pater – ich zerstöre doch niemanden«. – »Nein? Und all dein Geschwätz? Wenn du schlecht über jemand anderen redest? Du zerstörst ihn«. Und er zitierte den Apostel Jakobus: »Die Zunge ist eine grausame Waffe, sie tötet«. »Das Geschwätz tötet, die Verleumdung tötet«.

»Aber, Pater ich bin getauft worden, ich bin praktizierender Christ, wie kann ich zum Mörder werden?«. Weil »wir den Krieg in uns haben«, von Anfang an, so rief der Papst in Erinnerung. »Kain und Abel waren Brüder«, betonte Franziskus, »aber die Eifersucht, der Neid des einen zerstörte den anderen«. Dies sei die Realität, es genüge, eine Nachrichtensendung anzusehen: »Kriege, Zerstörungen, Menschen, die durch Kriege auch an Krankheiten sterben«.

Der Papst erinnerte auch an Deutschland und den Jahrestag des Mauerfalls, aber auch an die Nazis und an »die Folterungen aller, die nicht ›reiner Rasse‹ waren«. Und andere Schrecken der Kriege. »Dahinter steckt jemand, der uns dazu bewegt, diese Dinge zu tun«, klärte er, »das ist es, was wir die Versuchung nennen. Wenn wir zur Beichte gehen, sagen wir zum Priester: ›Pater, ich habe diese Versuchung gehabt, diese andere, diese andere…‹«. Und das, erklärte er, »ist jemand, der dein Herz berührt, um dich auf den falschen Weg zu bringen. Jemand, der Zerstörung in unsere Herzen sät, der Hass sät. Und heute müssen wir es klar sagen, es gibt so viele Säer des Hasses auf der Welt, die zerstören«. »Viele Male« kommentierte Papst Franziskus, »denke ich, dass die Nachrichten eine Geschichte des Hasses sind, um zu zerstören: Attentate, Kriege«.

Es stimme, dass »viele Kinder an Hunger sterben, an Krankheiten«, weil sie kein Wasser hätten, keine Bildung, keine Gesundheitserziehung. »Aber weil das Geld, das dafür benötigt würde, dafür verwendet wird, Waffen herzustellen, und Waffen sind dazu da, um zu zerstören«. Das geschehe in der Welt, aber auch »in meiner Seele, in deiner, in deiner«. Aufgrund der »Saat des Neides des Teufels, des Hasses«. »Und was beneidet der Teufel?«, fragte sich der Papst, »unsere menschliche Natur«. »Und wisst ihr warum? Weil der Sohn Gottes einer von uns wurde. Dies kann er nicht ertragen, er bringt es nicht fertig, das zu tolerieren«.

Und so zerstöre er. Dies sei »die Wurzel des Neides des Teufels, es ist die Wurzel unserer Übel, unserer Versuchungen, es ist die Wurzel der Kriege, des Hungers und aller Katastrophen auf der Welt«. Zu zerstören und Hass zu säen »ist selbst im politischen Leben keine Gewohnheit«, aber »manche tun es«. Denn ein Politiker sei oft »versucht, den anderen mit Schmutz zu bewerfen, den anderen zu zerstören«, sowohl mit Lügen als auch mit Wahrheiten, und so komme es zu keiner gesunden und sauberen politischen Auseinandersetzung »zum Wohl des Landes«. Es werde die Beleidigung bevorzugt, um »den anderen zu zerstören«. »Ich bin gut, aber sieht er nicht besser aus als ich?«, so der Gedanke, und also »mache ich ihn mit der Beleidigung fertig«.

»Ich möchte, dass alle heute darüber nachdenken«, so forderte der Papst auf: »Warum wird heute so viel Hass auf der Welt ausgesät? In den Familien, die manchmal keinen Frieden miteinander schließen können, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Politik… Das ist der Säer des Hasses«. Durch den Neid des Teufels sei der Tod in die Welt gekommen. »Einige sagen: aber Pater, der Teufel existiert nicht, es ist das Böse, ein solch ätherisches Übel… Doch das Wort Gottes ist klar. Und der Teufel war wütend auf Jesus, lest das Evangelium: egal ob wir Glauben haben oder nicht, es ist klar«.

»Beten wir zum Herrn«, so die abschließende Bitte des Papstes, »dass er in unseren Herzen den Glauben an Jesus Christus, seinen Sohn, wachsen lasse«, der unsere menschliche Natur angenommen habe, »um mit unserem Fleisch den Teufel und das Böse zu bekämpfen und in unserem Fleisch zu besiegen«. Und dass dieser Glaube »uns die Kraft schenke, nicht in das Spiel dieses großen Neiders, des großen Lügners, des Sämanns des Hasses einzutreten«.

Von Alessandro Di Bussolo

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15. Dezember 2019

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