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​Der Papst und die Kinder

Vielleicht ist es unvermeidlich, dass sich die Nachrichten vom Besuch des Papstes in einer römischen Pfarrei fast ausschließlich auf kurze Filmausschnitte, einige knappe Sätze mit etwas Reportage und Kommentar beschränken, die durchaus hilfreich sind. Aber wer den Papst jenseits von Klischees, die nichts mit der Realität zu tun haben, verstehen will, sollte auf diese Stunden blicken, die der Bischof von Rom bei den Pfarreibesuchen in seiner Diözese ganz ohne Eile mit den Gläubigen verbringt. Denn hier kann man seine Nähe zu den Menschen spüren, zu den Kindern, zu den Müttern mit ihren kleinen Kindern auf dem Arm, zu den alten Menschen: eine Fähigkeit zur Begegnung, häufig gegründet allein auf das Zuhören, ein stilles Gebet mit geschlossenen Augen, ein Segen, den der Papst in Ponte di Nona auch einigen Muslimen gespendet hat.

Eine Nähe, die Bergoglio in seinem vorherigen Lebensabschnitt als Ordensmann und dann als Bischof stets allen entgegengebracht hat, indem er sich bemühte, den Fernstehenden, Vernachlässigten und Armen zu begegnen. Das hat er auch in der Zeit der Sedisvakanz gesagt. »Die Kirche ist aufgerufen, aus sich selbst heraus- und auf die Peripherien zuzugehen, nicht nur die geographischen, sondern auch die existentiellen: die Peripherien des Mysteriums der Sünde, des Schmerzes, der Ungerechtigkeit, der Ignoranz und des fehlenden Glaubens, jene des Denkens und jeder Art von Elend«, sagte er, womit er das Profil des zu wählenden Papstes umriss, »eines Mannes, der durch die Kontemplation Jesu Christi und die Anbetung Jesu Christi der Kirche helfen möge, aus sich selbst herauszugehen in Richtung der existentiellen Peripherien«.

So beeindrucken die Bilder von Franziskus, der in der römischen Pfarrei von Kindern umgeben ist, aber noch mehr macht der Dialog nachdenklich, den er mit ihnen über die Gestalt des Papstes geführt hat. Der in seiner Einfachheit außerordentliche Dialog richtete sich sofort auf das Wesentliche – Warum bist du Papst geworden? – und wurde unverzüglich zu einem Unterricht in Katechismus und Geschichte, den man nicht vergessen wird, weil der Gewählte selbst erzählte und dabei die Kinder geduldig anspornte.

Das Wichtige? Vor allem »betet man«, dann »sendet der Herr den Heiligen Geist und der Heilige Geist hilft bei der Wahl«. Und wer gewählt wird, »ist vielleicht nicht der Intelligenteste, ist vielleicht nicht der Schlauste, ist vielleicht nicht der Energischste, um die Dinge zu tun, aber er ist derjenige, den Gott für diesen Augenblick der Kirche will«. Dann »wird ein anderer kommen, der anders sein wird, der unterschiedlich sein wird, vielleicht wird er intelligenter sein oder weniger intelligent, man weiß es nicht, aber jener wird auf dieselbe Weise kommen: gewählt von einer Gruppe von Kardinälen mit dem Licht des Heiligen Geistes«.

Das ist also der Papst, nicht nur den Kindern erklärt in einer Zeit, in der auch in der Kirche mancher Gefahr läuft, das katholische Fühlen zu vergessen. Und die Schwierigkeiten? »Es gibt sie und es wird sie geben, aber man darf nicht erschrecken, die Schwierigkeiten werden überwunden, man geht voran mit Glauben, mit Kraft, mit Mut«, antwortete Franziskus. Der vorangeht, genauso, mit Glauben, Kraft und Mut.

Giovanni Maria Vian

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19. Oktober 2018

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