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Der Hoffnungsfaden

· Messe in Santa Marta ·

Spes contra spem, »gegen alle Hoffnung glauben«: gerade das ist dem heiligen Paulus zufolge der Personalausweis des Christen. Paulus weiß, auf Abrahams Spuren, nur allzu gut, dass »der Faden der Hoffnung« sich selbst in den allerschwersten Augenblicken »durch die Heilsgeschichte zieht: mehr noch als das, er ist eine Quelle der Freude«. Der Papst brachte im Rahmen der Frühmesse, die er am Donnerstag, 17. März, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte, erneut diese Aufforderung vor, niemals die Hoffnung aufzugeben, in der Gewissheit, dass man nicht enttäuscht werde.

Der Papst machte gleich zu Beginn darauf aufmerksam, dass »uns das heutige Evangelium durch die Reflexion über diese so oft beiseite geschobene, so demütige Tugend der Hoffnung aufs Osterfest vorbereitet«. In der Schriftlesung zum Tage aus dem Johannesevangelium (8,51-59) »spricht Jesus über Abraham und sagt zu den Schriftgelehrten: ›Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte.‹«

Abraham, so erinnerte der Papst, ist »jener Mann, der seine Heimat verließ, ohne zu wissen, wohin er ging; er brach auf aus Gehorsam, aus Treue«. Außerdem sei Abraham »der Mann gewesen, der dem Wort Gottes glaubte und der dieses Glaubens wegen gerechtfertigt wurde«; aber er sei gleichzeitig auch »der Mann, der auf diesem Weg der Hoffnung Versuchungen ausgesetzt war, als er wie auch seine Frau lachten, als Gott ihnen sagte, dass sie einen Sohn haben würden. Aber er glaubte.«

Unter Verweis auf die Erste Lesung aus dem Buch Genesis (17,3-9) betonte der Papst das Einhalten »dieses Bundes: ›Dir und deinen Nachkommen gebe ich das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu eigen; zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt‹«. Also »glaubte Abraham, und dieser Faden der Hoffnung zieht sich durch die gesamte Heilsgeschichte. Mehr noch: Er ist ein Quell der Freude«.

»Heute erzählt uns die Kirche von der Freude der Hoffnung«, betonte der Papst. Gerade im ersten Gebet der Messe«, so erinnerte er, »haben wir Gott um die Gnade gebeten, die Hoffnung der Kirche zu beschützen, damit sie nicht schwinde«. Überdies sage uns der heilige Paulus, »als er von unserem Vater Abraham spricht: ››Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt‹«. Und insofern, so betonte Franziskus, »ist es, wenn es keine menschliche Hoffnung mehr gibt, dann diese Tugend, die dich weiterbringt, die demütig ist, die einfach ist, die dir aber Freude schenkt, manchmal eine große Freude, mitunter aber auch nur den Frieden«. Die »Gewissheit« lasse aber niemals nach, denn »diese Hoffnung enttäuscht nicht«.

Das sei der Grund dafür, dass das Volk Gottes selbst »zu Zeiten der Knechtschaft, zu Zeiten, in denen es in der Fremde war, in einem fremden Land«, immer »dieses Gefühl der Sicherheit verspürt hat, den die Propheten noch stärkten: ›Der Herr wird euch retten‹«. Und »dieser Hoffnungsfaden«, so erläuterte der Papst, beginnt hier, mit Abraham, mit Gott, der zu Abraham spricht, und ›er endet‹ in diesem Abschnitt des Evangeliums, wo derselbe Gott, der mit Abraham gesprochen hatte, sagt: ›Ich bin der, der gesprochen hat; noch ehe Abraham wurde, bin ich; ich bin der, der Abraham gerufen hat; ich bin der, der diesen Heilsweg begonnen hat‹«.

Er sei »der Gott«, so fügte Franziskus hinzu, »der uns begleitet, er ist auch der Gott, der leidet, der leidet, so wie sein Volk gelitten hat, er leidet am Kreuz, aber er bleibt seinem Wort treu«.

Eben im Hinblick darauf schlug der Papst vor, eine wichtige Gewissenserforschung im Hinblick auf Glaube, Liebe und Hoffnung vorzunehmen, und zu diesem Zweck gab er einige direkte Fragen vor: »Glaubst du? – Ja, Vater, ich glaube: ich glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, und an die Sakramente. – Schön, hast du die Liebe? – Ja, schon, aber nicht sehr viel, ich bemühe mich, nicht zu streiten, den Hilfsbedürftigen zu helfen, etwas Gutes zu tun im Leben«. Das seien Antworten, die wir »mit Leichtigkeit sehr oft« geben könnten, so stellte Franziskus fest. Aber, so fügte er hinzu, »wenn man dich fragt, ob du Hoffnung hast«, dann laute die Antwort: »Vater, ich verstehe die Frage nicht, erläutere sie mir«.

Die Hoffnung, so bekräftigte der Papst, sei »diese demütige Tugend, diese Tugend, die unter dem Wasser des Lebens fließt, die uns aber trägt, damit wir nicht ertrinken in all den Schwierigkeiten, damit wir nicht die Sehnsucht verlieren, Gott zu finden, jenes wundervolle Antlitz zu finden, das wir alle eines Tages schauen werden«. Und »heute«, so sagte er, »ist ein schöner Tag dafür, über das Folgende nachzudenken: Der Gott, der Abraham gerufen hat und ihn aus seiner Heimat geführt hat, ohne dass dieser wusste, wohin er gehen sollte, ist derselbe Gott, der sich ans Kreuz schlagen lässt, um die Verheißung zu erfüllen, die er gemacht hatte«. Der Papst fuhr fort: »Er ist derselbe Gott, der, wenn die Zeit erfüllt ist, dafür sorgt, dass diese Verheißung für uns alle wahr wird«. Und was »diesen ersten Augenblick mit jenem letzten Augenblick verbindet, das ist der Hoffnungsfaden«. So sei das, »was mein christliches Leben mit unserem christlichen Leben vereint, von einem Augenblick auf den nächsten, um immer weiter voranzugehen – Sünder zwar, aber trotzdem voran –, die Hoffnung«. Und außerdem sei »das, was uns in den schlimmen Augenblicken weitermachen lässt, in den dunkelsten Augenblicken unseres Lebens«, immer »die Hoffnung«.

Tatsächlich enttäusche »die Hoffnung niemals; sie ist immer da, still, demütig, aber stark«, so schloss Franziskus. Und er wiederholte noch einmal »das Tagesgebet, das Gebet, das zu Anfang der Messfeier gesprochen wurde: ›Allmächtiger Gott, wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich. Bewahre unsere Hoffnung.‹«

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16. Januar 2018

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