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Der große Vergessene

· Messe in Santa Marta ·

»Friede, Liebe und Freude« seien »die drei Schlüsselbegriffe«, die Jesus uns anvertraut habe. Der Heilige Geist sorge dafür, dass diese – und zwar nicht gemäß den Kriterien der Welt – in unserem Leben verwirklicht würden.

Papst Franziskus widmete die Predigt der Frühmesse, die er am Donnerstag, 22. Mai, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte, gerade der authentischen christlichen Bedeutung der Worte Friede, Liebe und Freude. Den Anstoß hierzu gab das Gebet, das zu Beginn der Messfeier gesprochen worden war: »Heiliger Gott, deine Gnade macht die Sünder gerecht und führt sie aus dem Elend ins Glück. Erhalte das Werk deines Erbarmens«, also den Heiligen Geist. In der Tat erläuterte der Papst sogleich, dass wir in diesem Gebet »den Herrn daran erinnert haben, was das Werk sei, das er in uns gewirkt habe: ›deine Sünde macht die Sünder gerecht und führt sie aus dem Elend ins Glück‹«. Ja, so bekräftigte er, gerade »das ist das Werk, das Jesus getan hat«, und heute »erinnern wir uns voller Dankbarkeit daran«. Überdies bäten wir ihn aber auch darum, »das Werk seiner Erbarmens, die Gabe, die er uns geschenkt hat, zu erhalten«: den Heiligen Geist. Aus diesem Grund bäten wir nicht: »erhalte uns«, sondern »erhalte deine Gabe«.

Dies sei deshalb ein wichtiger Punkt, so erläuterte der Papst, weil »Jesus in seiner Abschiedsrede in den letzten Tagen, bevor er in den Himmel fuhr, über Vieles gesprochen hat«, das aber alles um ein und den selben Punkt kreise, der durch »drei Schlüsselworte: Friede, Liebe und Freude«, ausgedrückt werde.

Über den ersten dieser Schlüsselbegriffe, so erinnerte der Papst, »haben wir bereits nachgedacht« in der Messe [vom 20. Mai], wo wir zu dem Schluss gekommen seien, dass der Herr »uns nicht einen Frieden schenkt, wie ihn die Welt gibt, er schenkt eine andere Art von Frieden: einen immerwährenden Frieden!« Im Hinblick auf das zweite Schlüsselwort, »Liebe«, habe Jesus, wie der Papst betonte, »viele Male gesagt, dass das Gebot lautet, Gott zu lieben und auch den Nächsten zu lieben«. Und »er hatte darüber auch bei verschiedenen Anlässen gesprochen«, als er »lehrte, wie man Gott liebt, ohne die Götzen«. Und auch »wie man den Nächsten liebt«. Im Grunde habe Jesus diesen ganzen Diskurs in jenem »Protokoll« im Kap. 25 des Matthäusevangeliums [31-46] zusammengefasst, »nach dem wir alle gerichtet werden«. Dort erläutere der Herr, wie »man seinen Nächsten liebt«.

Aber in der Lesung zum heutigen Tage (Joh 15, 9-11) »sagt Jesus etwas Neues über die Liebe: Liebt nicht nur, sondern bleibt in meiner Liebe!« In der Tat bestehe »die christliche Berufung darin, in Gottes Liebe zu bleiben, also diesen Sauerstoff einzuatmen und zu leben, von dieser Luft zu atmen«. Wir müssten also »in der Liebe Gottes bleiben«. Und mit dieser Bekräftigung »schließt [der Herr] die Tiefgründigkeit seiner Ausführungen über die Liebe ab. Und geht weiter«.

Wie aber sehe diese Liebe zu Gott aus? Papst Franziskus antwortete hierauf mit Jesu eigenen Worten: »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt«. Es sei daher, so merkte er an, »eine Liebe, die vom Vater herkommt«. Und die »Liebesbeziehung zwischen Ihm und dem Vater« werde zu »einer Liebesbeziehung zwischen Ihm und uns«. So »fordert er uns dazu auf, in dieser Liebe zu bleiben, die vom Vater kommt«. Dann »geht der Apostel Johannes einen Schritt weiter«, so sagte der Papst, »und er sagt uns dann auch, wie wir diese Liebe an andere weitergeben sollen«, das Wichtigste sei aber, »in der Liebe zu bleiben«. Und daher sei dies auch »das zweite Wort«, das uns Jesus hinterlasse.

Und wie könne man in der Liebe bleiben? Erneut beantwortete der Papst die Frage mit den Worten des Herrn: »Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe«. Also sei »das Halten der Gebote« das »Zeichen dafür, dass wir in der Liebe Jesu bleiben«. Und, so rief der Papst, »das ist etwas sehr Schönes: ich befolge in meinem Leben die Gebote!« Das sei so schön, so erläuterte er, dass »wenn wir nicht in der Liebe bleiben, dann sind es die Gebote, die von sich aus aus der Liebe kommen«. Und »die Liebe bringt uns dazu, die Gebote so natürlich zu erfüllen«, weil »die Wurzel der Liebe in den Geboten zur Blüte kommt« und die Gebote »der Leitfaden« sind, der bei »dieser Liebe, die so kommt«, die Kette zusammenhält, die den Vater, Jesus und uns vereint.

Das dritte Schlüsselwort, das der Heilige Vater genannt hatte, ist die »Freude«. Indem er an die in der Lesung vernommenen Worte Jesu erinnerte – »dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird« –, hob der Papst hervor, dass gerade »die Freude das Kennzeichen des Christen ist: Ein Christ ohne Freude ist entweder kein Christ, oder er ist krank«, es gehe seiner christlichen Gesundheit »nicht gut«. Und, so fügte er hinzu, »ich habe einmal gesagt, dass es Christen gibt mit Gesichtern wie eingelegte Essiggurken: immer mit einem roten Gesicht, und auch ihre Seele sieht so aus. Und das ist hässlich!« Das »sind keine Christen«, denn »ein Christ ohne Freude ist kein Christ«.

In der Tat sei die Freude für den Christen auch »im Schmerz, im Kummer, ja selbst in den Verfolgungen« präsent. In diesem Kontext lud der Papst dazu ein, an die Märtyrer der ersten Jahrhunderte zu denken, wie etwa die Heiligen Felicitas, Perpetua und Agnes, die »so zum Martyrium gingen, als gingen sie zu ihrer Hochzeit«. So also sei »die große christliche Freude« geartet, die » den Frieden und die Liebe behütet«.

Drei Schlüsselwörter also: Friede, Liebe und Freude. Der Papst warnte allerdings, dass man deren wahre Bedeutung bis auf den Grund verstehen müsse. In der Tat kämen diese nicht »von der Welt«, sondern vom Vater. In der Tat sei es der Heilige Geist, so erläuterte er, »der diesen Frieden schafft; der diese Liebe schafft, die vom Vater herkommt; der die Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn schafft, die dann auch zu uns kommt; die uns die Freude schenkt«. Ja, so sagte er, »es ist der Heilige Geist, immer derselbe: der große Vergessene unserer Geschichte!« Und im Hinblick darauf vertraute der Papst den Anwesenden an, dass er gerne fragen würde – aber »ich werde es nicht tun!«, so spezifizierte er – wie viele unter ihnen zum Heiligen Geist beteten. »Nein, hebt eure Hände nicht!«, fügte er sogleich lächelnd hinzu; das Problem, so wiederholte er, sei, dass der Heilige Geist wirklich »der große Vergessene« sei! Aber »Er ist die Gabe, die uns den Frieden gibt, die uns zu lieben lehrt und uns mit Freude erfüllt«.

Abschließend wiederholte der Papst das Tagesgebet, in dem »wir den Herrn gebeten haben: Erhalte dein Werk!« Gemeinsam, so sagte er, »haben wir um die Gnade gebeten, dass der Herr immer den Heiligen Geist in uns erhalten möge, jenen Geist, der uns lieben lehrt, der uns mit Freude erfüllt und uns den Frieden gibt.«

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12. Dezember 2019

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