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Der Blick Jesu

Um über den schrecklichen Skandal des Missbrauchs Minderjähriger durch Angehörige des Klerus zu sprechen, hat Papst Franziskus einen schmerzvollen Augenblick des Leidens Christi betrachtet: den Moment, in dem der Blick Jesu sich mit dem des Petrus kreuzt, der ihn soeben verleugnet hat und weint. Der Heilige Vater tat dies in der Predigt während der Frühmesse, die er im Gästehaus »Santa Marta« gefeiert hat, in Anwesenheit einiger Missbrauchsopfer, mit denen er dann den ganzen Vormittag in einer Reihe langer persönlicher Gespräche verbracht hat.

Ihnen – er wandte sich jedoch nicht nur an die Katholiken – hat der Bischof von Rom das Herz geöffnet angesichts dieses Abgrunds des Bösen: es seien nicht nur verwerfliche Taten, sondern sogar eine »Gotteslästerung«, die in diesen Unschuldigen das Abbild Gottes geschändet hat, sagte der Papst betrübt. Und man schien die Worte zu hören, die sein Vorgänger Benedikt XVI. mit Scham und Demut ausgesprochen hatte, als er sich in den verschiedenen Begegnungen mit Gruppen von Missbrauchsopfern der Sünden und Verbrechen der Glieder der Kirche annahm.

Und auch Franziskus betonte vor Gott und seinem Volk nachdrücklich die Schwere und Schändlichkeit von Taten, die Narben für das ganze Leben hinterlassen und Verzweifelte manchmal in den Selbstmord getrieben haben. Dann bat er um Vergebung für »die Versäumnisse von Kirchenoberen« und dankte für den Mut derer, die die Wahrheit ans Licht gebracht und so die Finsternis zerrissen haben, die »von der Umarmung des Jesuskindes« geheilt werden kann.

Vor allem aber bat der Papst um die Gnade der Tränen, damit »die Kirche weinen und den Verrat, den ihre Söhne und Töchter geübt haben, wiedergutmachen möge«, um sich vom Fall zu erheben und darum zu bitten, dass die Wölfe in der Herde Gottes nicht länger ihr Unwesen treiben.

Giovanni Maria Vian

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18. Oktober 2018

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