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Das Wiegenlied Gottes

· Messe des Papstes in Santa Marta ·

Wir haben einen Gott, der »in uns verliebt ist«, der uns zärtlich liebkost und uns das Wiegenlied singt, genau wie es ein Vater mit seinem Kinde tut. Und nicht nur das: Er sucht uns als Erster, er wartet auf uns und lehrt uns, »klein« zu sein, denn »die Liebe besteht darin, mehr zu geben als zu erhalten« und besteht »mehr aus Werken als aus Worten«. Daran erinnerte Papst Franziskus während der Frühmesse, die er am Freitag, 27. Juni – dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu –, in der Kapelle des Hauses Santa Marta feierte.

Die Reflexion des Papstes griff das Tagesgebet wieder auf, das während der Messe gesprochen worden war und in dem wir, wie er sagte, »dem Herrn dafür gedankt haben, dass er uns die Gnade schenkt, die Freude, im Herzen seines Sohnes die großen Taten seiner Liebe zu feiern«.

Und gerade die »Liebe« ist das Schlüsselwort, das der Bischof von Rom ausgewählt hatte, um die tiefere Bedeutung des Hochfests des Heiligsten Herzens auszudrücken. Denn, so bemerkte er, »heute ist das Fest der Liebe Gottes, der Liebe Jesu Christi: Es ist die Liebe Gottes zu uns und die Liebe Gottes in uns«. Ein Fest, so fügte er hinzu, das »wir voller Freude begehen«.

Zwei vor allem sind dem Papst zufolge »die Züge der Liebe«. Der erste ist enthalten in der Erklärung, dass »die Liebe mehr aus Geben als aus Nehmen besteht«; der zweite in jener, dass »die Liebe mehr aus Werken als aus Worten besteht«.

»Wenn wir sagen, dass sie mehr aus Geben als aus Nehmen besteht«, so erläuterte Papst Franziskus, »dann deshalb, weil die Liebe sich immer mitteilt, immer kommuniziert, und vom Geliebten empfangen wird«. Und »wenn wir sagen, dass sie mehr aus Werken als aus Worten besteht«, so fügte er hinzu, so sei dies, weil »die Liebe stets Leben schenkt, wachsen lässt«.

Der Papst umriss dann die grundlegenden Eigenschaften der Liebe Gottes zu den Menschen. Und so kam er auf einige Stellen aus den Schriftlesungen zurück, die, wie er bemerkte, »uns zweimal etwas über die Kleinen sagt«. In der Tat »erläutert Mose« in der ersten Lesung, die dem Buch Deuteronomium entnommen ist (7,6-11), »weshalb das Volk auserwählt wurde und sagt: Weil ihr das kleinste unter allen Völkern seid«. Dann, im Matthäusevangelium (11,25-30), »preist Jesus den Vater, weil dieser die göttlichen Dinge vor den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hat«.

Also, so bekräftigte der Papst, »ist, um die Liebe Gottes zu verstehen, diese Kindlichkeit des Herzens erforderlich«. Im übrigen sage Jesus das ganz ausdrücklich: »Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ich nicht in das Himmelreich kommen«. Das also sei der richtige Weg: »Wie die Kinder werden, klein werden«, denn »nur wenn man so klein ist, sich soweit erniedrigt, kann man« die Liebe Gottes »empfangen«.

Es sei kein Zufall, so bemerkte der Bischof von Rom, dass es »der Herr selbst« sei, der, »wenn er sein Liebesverhältnis erläutert, so zu sprechen versucht, als spreche er mit einem Kind«. Und in der Tat »erinnert Gott das Volk daran: ›Erinnere dich, ich habe dich Gehen gelehrt wie es ein Vater mit seinem Kinde tut‹«. Es handle sich genau um »diese Beziehung zwischen einem Vater und seinem Kinde«. Aber, so warnte der Papst, »wenn du nicht klein bist«, dann kann sich diese Beziehung nicht etablieren«.

Und es sei eine Beziehung jener Art, die »den Herrn, der in uns verliebt ist« dazu bringt, Worte zu gebrauchen, »die einem Wiegenlied entnommen zu sein scheinen«. In der Schrift sage der Herr in der Tat: »Fürchte dich nicht, du Würmlein Israel, fürchte dich nicht!« Und tatsächlich liebkose er uns, indem er zu uns sage: »Ich bin bei dir, ich nehme deine Hand«.

Das »ist die Zärtlichkeit des Herrn in seiner Liebe, das ist es, was er uns mitteilt. Und er verleiht unserer Schwachheit Stärke«. Dagegen, so warnte der Papst, »wenn wir uns stark fühlen, dann werden wir niemals die Erfahrung der wunderschönen Liebkosungen des Herrn machen«.

Die »Worte des Herrn«, so bekräftigte der Papst, »lassen uns diese geheimnisvolle Liebe verstehen, die er uns entgegenbringt«. Und Jesus selbst zeige uns, was wir tun müssten: Wenn er von sich selbst spreche, dann sage er, er sei »sanftmütig und demütigen Herzens«. Denn »auch er, der Sohn Gottes, erniedrigt sich, um die Liebe des Vaters zu empfangen«.

Eine weitere Wahrheit , an die das Hochfest des Heiligsten Herzens erinnere, so sagte der Papst weiter, könne dem Text der zweiten Lesung aus dem ersten Johannesbrief entnommen werden (4,7-16): »Gott hat uns als Erster geliebt, er ist immer vor uns, er erwartet uns«. Der Prophet Jesaja »sagt über ihn, dass er der Mandelblüte gleiche, weil er im Frühling als erster blühe«. Also, so betonte der Papst, »er ist schon da, wenn wir ankommen, wenn wir ihn suchen, hat er uns bereits als Erster gesucht: Er ist stets vor uns, er wartet auf uns, um uns in sein Herz einzulassen, in seine Liebe«.

In einem Resümee seiner Reflexion bekräftigte Papst Franziskus , dass die beiden genannten Eigenschaften »uns dazu verhelfen können, dieses Geheimnis der Liebe zwischen Gott und uns zu verstehen: Es bedarf, um zum Ausdruck zu kommen, unserer Kleinheit, dessen, dass wir uns klein machen. Und es bedarf auch unseres Staunens, wenn wir ihn suchen und ihn dort finden, wo er auf uns wartet«. Und es sei »sehr schön«, so konstatierte er, »auf diese Weise die Liebe Gottes in Jesus, im Herzen Jesu zu verstehen und zu fühlen«.

Der Papst schloss mit einer Aufforderung an die Anwesenden, den Herrn darum zu bitten, dass er jedem Christen die Gnade schenke, »zu verstehen, zu spüren, in diese so geheimnisvolle Welt einzutreten, zu staunen und Frieden zu finden in dieser Liebe, die sich uns mitteilt, die uns Freude schenkt und die uns auf dem Lebensweg führt wie ein Kind«, das »an der Hand« geführt wird«.

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25. April 2018

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