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Das priesterliche Amt ist eine Gnade, keine Funktion oder ein Arbeitsvertrag

· Messe in Santa Marta ·

Das Weiheamt ist eine Gabe des Herrn, »der uns ansah und sagte: ›Folge mir nach‹«, lange bevor es ein Dienst war, und gewiss ist es keine »Funktion« oder ein »Arbeitsvertrag«. Viele Bischöfe und Priester konzelebrierten mit Papst Franziskus bei der Frühmesse im Haus Santa Marta. Franziskus gedachte in seiner Predigt auch derer, die ihr 25. Weihejubiläum feierten. Der Papst erwähnte eigens auch den emeritierten Erzbischof von Ancona, Kardinal Edoardo Menichelli, dessen 80. Geburtstag unmittelbar bevorsteht.

Franziskus lädt alle und auch sich selbst ein, über die erste Lesung vom Tag aus dem ersten Brief des heiligen Paulus an Timotheus nachzudenken (1 Tim 4,12-16) und sich dabei auf das Wort »Gnade« zu konzentrieren, auf das Amt als Gnade, über die es nachzudenken gelte, gemäß dem Rat, den Paulus dem jungen Jünger erteilt hatte: »Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!«

»Es ist kein Arbeitsvertrag: ›Ich muss das tun‹, das Tun steht im Hintergrund. Ich muss die Gnade annehmen und sie als Gabe bewahren und von dort geht alles aus: in der Betrachtung dieser Gabe. Wenn wir das vergessen, bemächtigen wir uns der Gabe und verwandeln sie in eine Funktion, wir verlieren das Herz des Dienstamtes, wir verlieren den Blick Jesu, der uns alle ansah und uns sagte: ›Folge mir nach‹, die Unentgeltlichkeit geht verloren.«

Der Papst warnte daher vor einer Gefahr: »Aus diesem Mangel an Betrachtung der Gabe, des Dienstamtes als Gabe, entstehen all jene Abweichungen, die wir kennen, von den hässlichsten, schrecklichsten bis zu den alltäglichsten, die uns dazu bringen, unseren Dienst in uns selbst und nicht in der Dankbarkeit für die Gabe und in der Liebe zu dem zu zentrieren, der uns die Gabe geschenkt hat, die Gabe des Dienstamtes.«

Eine Gnade, so erinnerte der Papst, der den Apostel Paulus zitierte, »die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten«, und die für die Bischöfe, aber auch »für alle Priester« gelte. Franziskus betonte daher »die Bedeutung der Betrachtung des Dienstamtes als Geschenk und nicht als Funktion«. »Wir tun, was wir können«, stellte er klar, guten Willens, intelligent, »auch mit List«, aber immer, um dieses Geschenk zu bewahren, »um es nicht zu vernachlässigen«.

Die Zentralität einer Gabe zu vergessen sei menschlich. Der Papst führte das Beispiel des Pharisäers an, der im heutigen Evangelium nach Lukas (Lk 7,36-50) Jesus in seinem Haus beherbergt, wobei er »viele Regeln der Gastfreundschaft« und die Gaben vernachlässige. Jesus mache ihn darauf aufmerksam, er verweise auf die Frau, die alles gibt, was der Gastgeber vergessen hat: das Wasser für die Füße – » sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet« –, den Begrüßungskuss – » sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst« – und die Salbung des Hauptes mit Öl.

»Da ist dieser Mann, der gut war, ein guter Pharisäer, aber er hatte das Geschenk der Höflichkeit vergessen, das Geschenk des Zusammenlebens, das auch ein Geschenk ist.» »Die Gaben werden immer vergessen, wenn ein gewisses Interesse dahinter steckt, wenn ich das tun und tun und tun will… Ja, wir Priester, wir alle müssen Dinge tun, und die erste Aufgabe ist es, das Evangelium zu verkünden, aber es ist notwendig, den Mittelpunkt zu bewahren, die Quelle, der diese Mission entspringt, die genau jene Gabe ist, die wir unentgeltlich vom Herrn empfangen haben.«

Das abschließende Gebet des Papstes an den Herrn lautete: »Er möge uns helfen, die Gabe zu bewahren, unser Dienstamt in erster Linie als Gabe und erst dann als Dienst zu betrachten«, um es nicht zu ruinieren »und keine Unternehmer, Geschäftsleute zu werden und so viele andere Dinge, die von der Betrachtung der Gabe und vom Herrn entfernen, der uns die Gabe des Dienstamtes gegeben hat.« Eine Gnade, die Franziskus für alle erbat, vor allem aber für diejenigen, die den 25. Jahrestag ihrer Priesterweihe feierten.

Alessandro Di Bussolo

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9. Dezember 2019

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