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Das Licht in unserer Seele

· Papst Franziskus gewährt dem Gründer der Tageszeitung »La Repubblica« ein Interview ·

Die größten Übel, die die Welt in diesen Jahren plagen, sind die Jugendarbeitslosigkeit und die Einsamkeit, der man die alten Menschen überlässt. Alte Menschen bedürfen der Pflege und der Gesellschaft; die jungen brauchen Arbeit und Hoffnung, haben aber weder die eine noch die andere, und das Problem ist, dass sie sie auch nicht mehr suchen. Sie werden im Hier und Jetzt erdrückt. Das ist meines Erachtens das dringendste Problem, mit dem sich die Kirche auseinandersetzen muss, so Papst Franziskus zu Eugenio Scalfari in dem langen Interview, das am Dienstag, 1. Oktober, in »La Repubblica« veröffentlicht und auch im »Osservatore Romano« abgedruckt wurde.

Das Interview schlägt einen Bogen von den Heiligen, denen sich der Papst am nächsten fühlt und die seine religiöse Erfahrung geprägt haben (»Ohne den hl. Paulus kann man kein bewusster Christ sein«) zur Rolle der Mystik; von seinen Erinnerungen an seine Wahl zum Erbe des Konzils; von der Erfordernis, einander zuzuhören, zur Verantwortlichkeit der Christen, die heutzutage weltweit in der Minderheit sind (»Ich meine, dass es sogar eine Stärke sein kann, eine Minderheit zu sein. Wir sollen der Sauerteig des Lebens und der Liebe sein. Unser Ziel ist nicht der Proselytismus, sondern das Hören auf die Stimmen der Bedürfnisse, der Wünsche, der Enttäuschungen, der Verzweiflung, der Hoffnung. Arm unter den Armen«).

»Ich bin mit Sicherheit kein Franz von Assisi und verfüge nicht über dessen Kraft noch seine Heiligkeit. Aber ich bin der Bischof von Rom und der Papst der katholischen Welt. Ich habe als erstes beschlossen, eine Gruppe von acht Kardinälen zu ernennen, die mein Beratergremium darstellt. Keine Höflinge, sondern weise Männer, beseelt von denselben Empfindungen wie ich selbst. Das ist der Anfang jener Kirche, die nicht nur vertikal, sondern auch horizontal organisiert ist. Als Kardinal Martini hierüber sprach, wobei er den Schwerpunkt auf die Konzile und Synoden legte, da wusste er nur allzu gut, wie lang und schwierig der Weg sein würde, der noch in diese Richtung gegangen werden muss. Mit Klugheit, aber auch mit Festigkeit und Ausdauer.«

Der sogenannte wilde Liberalismus, so schloss der Papst, leistet nichts anderes, »als die Starken noch stärker, die Schwachen noch schwächer und die Ausgeschlossenen noch ausgeschlossener zu machen. Wir brauchen viel Freiheit, keinerlei Diskriminierung, keine Demagogie und sehr viel Liebe. Wir brauchen Verhaltensregeln und, so erforderlich, direkte Eingriffe des Staates, um die unerträglichsten Ungleichheiten auszugleichen.«

Der vollständige Text des Interviews in italienischer Sprache

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17. Dezember 2018

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