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Das Haus auf dem Felsen

· ​Messe in Santa Marta ·

Sein Leben lieber »auf dem Felsen Gottes« und auf der »Konkretheit« des Handelns und des Sich-Schenkens gründen als auf »Erscheinung oder Eitelkeit« oder der korrupten Kultur der »Empfehlungen«. Das ist die Weisung, die Papst Franziskus während der Messe in Santa Marta am Donnerstag, 6. Dezember, anregte, um den Weg durch den Advent auf kohärente Weise zu leben.

Einfache und anspruchsvolle Richtlinien zugleich, die der Papst den Lesungen des Tages entnahm, in denen es drei bedeutende Gruppen gegensätzlicher Wörter gebe: »Sagen und Tun«, »Sand und Fels«, »hoch und niedrig«.

Bezüglich der ersten Gruppe – »Sagen und Tun« – rief der Papst sofort die Worte des Matthäusevangeliums (7,21) in Erinnerung: »Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut«. Und er erklärte: »Man tritt in das Himmelreich ein, man reift geistlich, man geht im christlichen Leben weiter, indem man tut, nicht indem man sagt«. In der Tat sei dies »eine Art zu glauben, aber eine sehr oberflächliche, auf halbem Weg«, wie wenn »ich sage, dass ich Christ bin, aber nicht die Dinge des Christen tue«. Es ist so, »als schminke man sich als Christ«, denn »nur zu sagen ist eine Schminke«, ein »Sagen, ohne zu tun«.

Dagegen »ist das Angebot Jesu die Konkretheit«. Und so, »wenn sich jemand näherte und um Rat bat«, schlug er »immer konkrete Dinge« vor. Im Übrigen, so fügte der Papst hinzu, »sind die Werke der Barmherzigkeit konkret«. Und weiter: »Jesus sagte nicht: ›Aber geh doch nach Hause und denk an die Armen, denk an die Gefangenen, denk an die Kranken‹: Nein. Geh: besuche sie!«

Hier also der Gegensatz zwischen Tun und Sagen. Er müsse hervorgehoben werden, weil »wir so oft nicht nur persönlich, sondern auch sozial in die Kultur des Sagens abgleiten«. In dieser Hinsicht verwies Franziskus auf eine leider weit verbreitete Praxis, die Praxis, die mit der »Kultur der Empfehlungen« zusammenhänge. Es komme zum Beispiel vor, dass bei einer Stellenausschreibung an einer Universität »jemand gewählt wird, der fast keine Verdienste hat» im Vergleich zu vielen guten Lehrern; »und wenn man dann fragt: ›Aber warum? Und diese anderen Guten…?‹ – ›Weil dieser von einem Kardinal empfohlen wurde, Sie wissen… große Tiere‹«. Der Papst kommentierte: »Ich möchte nicht schlecht denken, aber unter dem Tisch einer Empfehlung ist da immer ein Umschlag«. Es handle sich dabei nur um ein Beispiel für die Vorherrschaft des »Sagens«: »Es sind nicht die Verdienste, es ist nicht das Tun, was dich vorangehen lässt, nein, es ist das Sagen. Sich das Leben schminken«. Und es sei dies genau »einer der Widersprüche, die uns die heutige Liturgie lehrt: zu tun, nicht zu sagen«. Als der Papst diesen ersten Teil der Betrachtung abschloss, erklärte er, dass »Jesus sogar den Rat gibt, zu handeln, ohne zu sagen: Wenn du Almosen gibst, wenn du betest… im Verborgenen, ohne es zu sagen. Handeln, nicht sagen«.

Der zweite Vergleich verweise auf ein Bild, das Jesus im Evangelium verwendet habe: »Ein kluger Mann baut sein Haus auf Fels, nicht auf Sand«. Das Gleichnis sei evident: »Der Sand ist nicht fest. Und ein Sturm, Wind, Flüsse, so viele Dinge, Regen lässt ein auf Sand gebautes Haus einstürzen. Sand ist eine schwache Konkretheit«. Der Papst erklärte: »Sand ist eine Folge des Sagens: Ich schminke mich als Christ, ich baue mir ein Leben ohne Fundamente. Die Eitelkeit, die Eitelkeit bedeutet, viele Dinge zu sagen oder mich ohne Fundament zu zeigen, auf Sand«. Wir müssten stattdessen »auf dem Felsen bauen«. In diesem Zusammenhang lud der Papst dazu ein, die Schönheit der ersten Lesung des Tages aus Jesaja (26,1-6) zu begreifen, wo zu lesen sei: »Verlasst euch stets auf den Herrn; denn Gott, der Herr, ist ein ewiger Fels«.

Es sei dies eine Entgegensetzung, die eng mit jener zwischen dem Sagen und dem Tun verbunden sei, denn »oft tritt derjenige, der auf den Herrn vertraut, nicht in Erscheinung, er hat keinen Erfolg, er ist verborgen… doch er ist fest. Er setzt seine Hoffnung nicht auf das Sagen, auf Eitelkeit, Stolz, auf die flüchtigen Mächte des Lebens«, sondern er vertraue sich dem Herrn an, »dem Felsen«. Franziskus erklärte: »Die Konkretheit des christlichen Lebens lässt uns vorwärtsgehen und auf jenem Felsen bauen, der Gott ist, der Jesus ist; auf dem Festkörper der Gottheit. Nicht auf dem Schein oder auf der Eitelkeit, dem Stolz, den Empfehlungen… Nein. Auf der Wahrheit«.

Schließlich die »dritte Gruppe«, in der die Begriffe »hoch« und »niedrig« behandelt würden. Es ist wieder der Abschnitt ausJesaja, der die Betrachtung leitet: »Verlasst euch stets auf den Herrn; denn Gott, der Herr, ist ein ewiger Fels. Denn die Bewohner der Höhe hat er niedergebeugt, die hoch aufragende Stadt erniedrigt; er hat sie erniedrigt bis zur Erde, sie bis in den Staub gestoßen. Füße zertreten sie, die Füße der Armen, die Tritte der Schwachen«. Es sei dies ein Abschnitt, stellte der Papst fest, der an den »Gesang der Gottesmutter, an das Magnificat« erinnere: »der Herr erhöht die Niedrigen, jene, die jeden Tag in der Konkretheit stehen, und er zerstreut die Hochmütigen, diejenigen, die ihr Leben auf Eitelkeit, auf Stolz aufgebaut haben… diese sind nicht von Dauer«. Und der Ausdruck, betonte Franziskus, »ist sehr stark, auch im Magnificat wird ›er zerstreut‹ verwendet, und noch stärker: Diese großartige, schöne Stadt wird mit Füßen zertreten. Von wem? Von den Füßen der Unterdrückten und von den Tritten der Schwachen«. Das heißt, der Herr »erhöht die Armen, er erhöht die Niedrigen«.

Die Kategorie »hoch und niedrig«, fügte der Papst als Kommentar hinzu, werde auch von Jesus verwendet, wenn »er von Satan spricht: ›Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen‹«. Und dies sei der Ausdruck eines »endgültigen Urteils über die Stolzen, über die Eitlen, über diejenigen, die sich rühmen, etwas zu sein, aber bloße Luft sind«.

Zum Abschluss seiner Predigt forderte Franziskus auf, die Adventszeit mit einer Betrachtung zu »diesen drei einander entgegenstehenden Wortgruppen zu begleiten. Sagen oder tun? Bin ich ein Christ des Sagens oder des Tuns? Sand und Fels: Baue ich mein Leben auf dem Felsen Gottes oder auf dem Sand der Weltlichkeit, der Eitelkeit? Hoch und niedrig: Bin ich demütig, versuche ich immer ohne Stolz von unten aus zu gehen und so dem Herrn zu dienen?« Die Antwort auf diese Fragen werde hilfreich sein; und dies gelte auch dafür, so fügte er hinzu, das Lukasevangelium zur Hand zu nehmen und »mit dem Gesang der Gottesmutter, mit dem Magnificat zu beten, das eine Zusammenfassung dieser heutigen Botschaft ist«.

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13. Dezember 2019

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