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Das Fest des Wortes

· ​Messe in Santa Marta ·

Das Herz für die Begegnung mit dem Wort Gottes öffnen, das uns freudig macht. Das ist die Ermahnung, die Papst Franziskus am Donnerstagmorgen, 3. Oktober, in seiner Predigt bei der Morgenmesse im Haus Santa Marta machte. Der Papst bat, aufmerksam zuzuhören, ohne zuzulassen, dass das Wort bei einem Ohr eintrete, um uns dann wieder durch das andere Ohr zu verlassen. Seine Überlegungen bezogen sich auf die erste Lesung der heutigen Liturgie, die dem Buch Nehemia entnommen ist (Neh 8,1-4a,5-6,7b-12). Es sei dies die »Geschichte der Begegnung des Volkes Gottes mit dem Wort Gottes. Das Ganze ist eine Geschichte des Wiederaufbaus«.

Dabei ging Franziskus auf den Kontext ein, in dem sich die erzählte Geschichte abspielt: den Wiederaufbau des Tempels und die Rückkehr aus dem Exil. Nehemia, der Statthalter, spreche mit dem Priester und Schriftgelehrten Esra, um das Wort Gottes zu »inthronisieren«: das ganze Volk sei auf dem Platz vor dem Wassertor versammelt gewesen. Der Priester Esra habe gelesen: »Esra öffnete das Buch vor aller Augen; denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle«. Die Leviten hätten das Gesetz erklärt. »Eine schöne Sache«, stellte Papst Franziskus fest und betonte, wie »wir daran gewöhnt sind, dieses Buch zu haben, das das Wort Gottes ist, aber wir haben uns dabei, würde ich sagen, schlecht daran gewöhnt«, während dem Volk »das Wort fehlte, es hungerte nach dem Wort Gottes. Aus diesem Grund stand es auf, als es das Buch des Wortes sah«. »Aber denkt einmal, dass dies seit Jahrzehnten nicht mehr geschehen war, das ist die Begegnung des Volkes mit seinem Gott, die Begegnung des Volkes mit dem Wort Gottes«.

»Nehemia, der der Statthalter war, Esra, Priester und Schriftgelehrter, und die Leviten, die das Volk lehrten, sagten dem ganzen Volk: ›Heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn‹. Für uns ist das der Sonntag«, betonte der Papst, der in Erinnerung rief: »Der Sonntag ist der Tag der Begegnung des Volkes mit dem Herrn, der Tag der Begegnung meiner Familie mit dem Herrn. Der Tag meiner Begegnung mit dem Herrn, er ist ein Tag der Begegnung. ›Heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn‹«.

Daher hätten Nehemia, Esra und die Leviten dazu gemahnt, weder zu trauern noch zu weinen. Die erste Lesung berichte nämlich, dass das ganze Volk geweint habe, während es zuhörte. »Es weinte vor Rührung«, »es weinte vor Freude«, unterstrich der Papst.

Also stellte der Papst einige Fragen: »Wenn wir das Wort Gottes hören, was geschieht dann in meinem Herzen? Achte ich auf das Wort Gottes? Lasse ich es an mein Herz rühren, oder schaue ich zur Decke und denke an andere Dinge und das Wort kommt zum einen Ohr rein und zum anderen raus, erreicht es das Herz? Was mache ich, um mich darauf vorzubereiten, dass das Wort das Herz erreicht?« »Und«, so fuhr er fort, »wenn das Wort das Herz erreicht, sind da die Freudentränen und das Fest. Wir verstehen das Fest des Sonntags nicht ohne das Wort Gottes, wir verstehen es nicht«. Der Papst ging dann wieder auf den Text der heutigen Lesung ein: »Dann sagte Nehemia zu ihnen: Nun geht, haltet ein festliches Mahl – er gibt ein schönes Rezept für das Fest – und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben – den Armen. Immer sind die Armen die Ministranten des christlichen Festes, die Armen! – denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke«.

Dann kehrte Papst Franziskus zur heutigen Botschaft zurück und rief in Erinnerung, dass hingegen die Traurigkeit nicht unsere Stärke sei. »Das Wort Gottes macht uns fröhlich«, merkte er an, »die Begegnung mit dem Wort Gottes erfüllt uns mit Freude und diese Freude ist meine Stärke, sie ist unsere Stärke. Die Christen sind freudig, weil sie das Wort Gottes in ihrem Herzen angenommen und empfangen haben und ihm ständig begegnen, es suchen. Das ist die heutige Botschaft für uns alle«, erklärte er von Neuem und mahnte zu »einer kurzen Gewissenserforschung: wie höre ich das Wort Gottes? Oder höre ich es einfach nicht? Wie begegne ich dem Herrn in seinem Wort, das die Bibel ist? Und dann: bin ich überzeugt, dass die Freude des Herrn meine Stärke ist? Die Traurigkeit ist nicht unsere Stärke«.

»Die betrübten Herzen«, so fuhr Franziskus fort, werfe der Teufel sofort nieder, während die Freude des Herrn »uns aufstehen, schauen und singen und vor Freude weinen lässt«. Einer der Psalmen sage, dass das jüdische Volk zur Zeit der Befreiung aus Babylon gedacht habe zu träumen: es habe dies nicht glauben können. Dieselbe Erfahrung trete ein, »wenn wir dem Herrn in seinem Wort begegnen«, wenn wir dächten: »aber das ist ein Traum…«, und »wir können nicht an so viel Schönheit glauben«. »Möge der Herr«, so der Papst abschließend, »uns allen die Gnade schenken, unser Herz für diese Begegnung mit seinem Wort zu öffnen und keine Angst vor der Freude zu haben, keine Angst zu haben, das Fest der Freude zu feiern«, jener Freude, unterstrich Papst Franziskus erneut, »die gerade dieser Begegnung mit dem Wort Gottes entspringt«.

Von Debora Donnini

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9. Dezember 2019

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