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Das Anbeten lehren

· Messe in Santa Marta ·

Die Christen müssen das »Gebet der Anbetung« lernen, und den Hirten muss die Heranbildung der Gläubigen zu dieser grundlegenden Form des Gebets am Herzen liegen. Dies unterstrich Papst Franziskus am Montag, 5. Februar, im Rahmen der heiligen Messe in Santa Marta, an der eine Gruppe von neu ernannten Pfarrern teilnahm. Der Papst wandte sich direkt an sie und mahnte: »Lehrt das Volk, in Stille anzubeten«, denn »so lernen sie schon jetzt, was wir alle dort tun werden, wenn wir durch Gottes Gnade in den Himmel kommen werden«.

Die Anbetung als Ziel des »Wegs« des Gläubigen stand im Mittelpunkt der Predigt von Franziskus, der von der ersten Lesung vom Tag (1 Kön 8,1-7.9-13) ausging, in der berichtet wird, wie König Salomo »sein Volk zusammenruft, um zu den Bergen des Herrn, zur Stadt, zum Tempel hinaufzusteigen« und in Prozession die Bundeslade in das Allerheiligste zu bringen.

Auf diesem Weg, der bergauf führe und mühsam sei – »der leichte Weg ist der in der Ebene«, stellte der Papst fest – habe das Volk »seine eigene Geschichte, das Gedächtnis der Erwählung, das Gedächtnis der Verheißung und das Gedächtnis des Bundes« mit sich genommen. Und mit diesem Bestand an Gedächtnis näherte es sich dem Tempel. Nicht nur: das Volk, so fügte er hinzu, trug mit sich auch »die Nacktheit des Bundes«, das heißt einfach die »beiden Tafeln aus nacktem Stein, wie sie dem Volk von Gott gegeben worden waren« und nicht wie sie es »von den Schriftgelehrten« gelernt hatten, »die sie mit vielen Vorschriften ›barockisiert‹ hatten«. Das war ihr Schatz: »der nackte Bund: ich liebe dich, du liebst mich. Das erste Gebot der Gottesliebe; das zweite Gebot der Nächstenliebe. Nackt, ganz einfach«.

»Mit diesem Gedächtnis der Erwählung« also, so der Papst weiter, »der Verheißung und des Bundes steigt das Volk hinauf und bringt den Bund hinauf. Nach ihrer Ankunft, »als alle Ältesten angekommen waren, ›hoben sie die Lade hoch und stellten sie in das Allerheiligste, und in der Arche befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln‹«. Das also sei »die Nacktheit des Bundes«. Und im Abschnitt aus der Bibel ist zu lesen: »Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn.« Es war dies »die Herrlichkeit des Herrn, der im Tempel seine Wohnstatt nahm«. In jenem Augenblick geschehe es, erklärte der Papst, dass »das Volk in Anbetung fiel«, indem es »vom Gedächtnis zur Anbetung« übergehe, »und den Weg hinauf zurücklegte«. So begann die Anbetung »in Stille« Das also sei der von den Israeliten zurückgelegte Weg: »von den Opfern, die es auf dem Weg hinauf darbrachte, hin zur Stille, zur Demütigung der Anbetung«.

Und gerade an diesem Punkt verband der Papst das Wort Gottes mit der aktuellen Wirklichkeit der christlichen Gemeinden: »Viele Male denke ich, dass wir unser Volk nicht lehren, anzubeten. Ja, wir lehren es, zu beten, zu singen, Gott zu preisen, aber anbeten…« Das Gebet der Anbetung, »entäußert uns, ohne uns zu vernichten: in der Entäußerung der Anbetung gibt es uns Adel und Größe«.

Und zu dieser Erfahrung, in der das Leben im Himmel vorweggenommen wird, kann man nur »mit dem Gedächtnis der Erwählung gelangen, mit dem Gedächtnis daran, in unserem Herzen eine Verheißung zu haben, die uns zum Gehen drängt, und mit dem Bund in der Hand und im Herzen«. Also »immer unterwegs: ein schwieriger Weg, ein Weg, der nach oben geht, aber unterwegs zur Anbetung«, hin zu jenem Augenblick, da »die Worte vor der Herrlichkeit Gottes verschwinden: man kann nicht sprechen, man weiß nicht, was man sagen soll«.

Die einzigen Worte, die aus diesem Abschnitt aus der Schrift hervorgehen, werden in der Liturgie vom 6. Februar hervorgehoben, in der die Lesung aus dem Buch der Könige fortgesetzt wird. Während der Papst darauf aufmerksam machte, nahm er vorweg, dass König »Salomon es während der Anbetung wagte, nur zwei Worte zu sagen: ›Höre und verzeih‹, nur das. Mehr kann nicht gesagt werden. Anbeten in Stille, zusammen mit der ganzen Geschichte«, und Gott bitten: »Höre und verzeih.«

Seine Betrachtungen abschließend riet der Papst: »Es wird uns heute gut tun, uns ein wenig Zeit für das Gebet zu nehmen« und dabei »unseres Wegs zu gedenken, das Gedächtnis der empfangenen Gnaden, das Gedächtnis der Erwählung, der Verheißung, des Bundes«. Ein innerer Weg, auf dem »man versuchen muss, hinaufzusteigen, hin zur Anbetung, und mitten in der Anbetung mit viel Demut nur dieses kleine Gebet zu sprechen: ›Höre und verzeih!‹«

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23. Mai 2018

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