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Bergoglios Fastenzeit

· So predigte der Erzbischof von Buenos Aires den Gläubigen ·

»Unsere Gesten, unsere Askese, unsere Opfer sind nur dann etwas wert, wenn sie von Herzen kommen, wenn sie Ausdruck der Liebe sind. Einer der Stützpfeiler unseres Weges der Vorbereitung in der Fastenzeit ist das Fasten; aber es muss seinen Ausgang nehmen bei der Liebe, und es soll uns zu einer noch viel größeren Liebe hinführen. Das Gott wohlgefällige Fasten besteht stets darin, ›an die Hungrigen das Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen‹ (Jes 58,7). 

Ein Fasten, das seinen Ausgang bei der Solidarität nimmt. Heute kann man nur fasten, indem man dafür arbeitet, dass es auch anderen Menschen nicht an Nahrung mangelt. Heute kann man die Fastenzeit nur begehen, wenn man auch selbst den Schmerz und die Ohnmacht von Millionen hungernder Menschen auf sich nimmt.

Wer nicht für die Armen hungert, täuscht Gott. Unser freiwilliges Fasten soll dazu beitragen, das erzwungene Fasten der Armen zu verhindern. Wir fasten, damit niemand zum Fasten gezwungen ist.

Ein Fasten, das ein Zeichen der Solidarität mit all den Menschen sein soll, die unfreiwillig fasten, ein Zeichen der Gerechtigkeit inmitten einer grausamen Welt, in der einige wenige dick werden, weil sie Nahrung im Überfluss haben, und andere einen Hungerbauch; ein Fasten, das nicht aufgezwungen, sondern eine Folge des Bedürfnisses ist, die eigene Dankbarkeit für die Liebe zu bezeigen, die Jesus uns geschenkt hat, der uns das Leben geschenkt hat und es uns auch weiterhin schenkt.«

Das ist ein Abschnitt aus einer Predigt, die der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, am Aschermittwoch des Jahres 2009 gehalten hat. In vollem Umfang kann die Predigt – gemeinsam mit weiteren Fastenpredigten, die Bergoglio zwischen 2004 und 2011 hielt – in dem Buch Dio non si stanca di perdonare (Bologna, Emi, 2014, 63 S.) nachgelesen werden. Es wird am 5. März erscheinen und unsere italienische Tagesausgabe veröffentlicht einen umfangreichen Auszug als Vorabdruck.

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