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Beginn der Arbeiten in der Synodenaula

Die Aufforderung des Papstes, »offen zu sprechen« und »in Demut zuzuhören«, um wirklich die »Dynamik der Synodalität« in die Praxis umzusetzen, wurde sofort von den fünf Redebeiträgen beherzigt, mit denen am Vormittag des 6. Oktober die erste Generalkongregation zu Ende ging.

Als Kardinal Vingt-Trois, der turnusmäßige delegierte Präsident, nach der Relatio ante disceptationem, das Wort zur Diskussion erteilte, sprach zuerst Kardinal Rodríguez Maradiaga und folgte der Einladung des Generalsekretärs Kardinal Baldisseri, einen ersten »Gesamteindruck« zu äußern. Er wies auf einen Widerspruch hin: Alle Aspekte des Lebens würden sorgfältig vorbereitet, ausgenommen gerade die Ehe. Ihr nähere man sich zuweilen sehr plötzlich und auch in unverantwortlicher Weise. Es gebe Paare, die sich erst seit kurzer Zeit kennen und für eine Heirat entscheiden würden, ohne einen Weg der Vorbereitung zu gehen. Für den honduranischen Kardinal fehlt in diesem Zusammenhang eine Art Katechumenat, das bereits im Rahmen der Firmvorbereitung beginnen könnte. Aber nicht so wie ein früher Ehevorbereitungskurs, sondern vielmehr als echter katechetischer Prozess, der die jungen Menschen zur Wahl der Ehe oder der Weihe an Gott führt. Daher müsse man hier auch an eine neue Jugendpastoral denken.

Kardinal Martínez Sistach brachte seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass in der Relatio die von den Bischofskonferenzen und einzelnen Diözesen eingebrachten Hinweise berücksichtigt worden seien. Damit berücksichtige man, was das Volk Gottes sage, und diese direkte Beziehung werde auch für die Synodenväter eine Hilfe sein, den Diskussionsrahmen realistischer werden zu lassen, so der Erzbischof von Barcelona.

Der japanische Erzbischof Okada wollte dagegen an das heroische Zeugnis der Laien in seinem Land erinnern, die den Glauben in der Verfolgungszeit zu bewahren und von Familie zu Familie weiterzugeben wussten. Dieses Zeugnis hätten die japanischen Bischöfe 1993 wieder belebt, damit es nicht an Aktualität verlöre. Denn es sei wichtig, den Glauben zu Hause zu stärken und Gemeinschaften von Familien zu bilden, die das Evangelium vermitteln könnten.

Eine »positive Reaktion« auf die von der Relatio vorgegebenen Grundlinien brachte Kardinal Napier zum Ausdruck, der vor allem auf das Bild des barmherzigen Samariters hinwies, der sich um die vom Leben verwundeten Menschen kümmert. Deshalb sei es wichtig, so der südafrikanische Kardinal, zur Basis zurückzukehren, zu den grundlegenden Dingen, zum genuinen Familienleben, das aus gegenseitigem Kennen und gegenseitiger Hilfe bestehe. So werde es zum Abbild der Dreifaltigkeit.

Im fünften und letzten freien Redebeitrag unterstrich Kardinal Marx, das auch die Kirche eine öffentliche Debatte über die Themen der Synode benötige. Er lud ein, den Blick auf die Situation der Familie zu richten, so wie sie heute sei, und dabei auch die Veränderungen zum Besseren oder Schlechteren zu berücksichtigen, zu denen es in den letzten Jahren gekommen sei. Diese müsse man sich vor Augen halten, empfahl er. So könne man mit dem Evangelium auf die neue Situation im Heute antworten. Und die Synode müsse gerade über diese neue Situation sprechen.

Die erste Generalversammlung hatte um 9 Uhr mit dem Gesang des »Veni, creator Spiritus« und dem Gebet der Terz in Anwesenheit des Papstes und 181 Synodenväter begonnen. In der Predigt erinnerte Kardinal Martínez Sistach daran, dass die Synode ein »Dienst an der Kirche und der Evangelisierung« sei, und unterstrich vor allem den von Brüderlichkeit und Freude geprägten Stil. Aber »wir werden auch die Familien nicht vergessen, denen es nicht gelungen ist, die Schönheit der tiefen Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in ihrer Ehe zu leben«. Anschließend leitete Kardinal Vingt-Trois, der turnusmäßige delegierte Präsident, mit einigen Worten die Synodenarbeiten ein. Zentrale Momente des Vormittags waren die Ansprache von Papst Franziskus und die Vorträge der Kardinäle Baldisseri und Erdö. Es schlossen sich die genannten ersten freien Redebeiträge an. Einen besonderen Akzent setzte ein Bild der Heiligen Familie auf dem Podium des Präsidiums: ein Geschenk der Bischofskonferenz der Demokratischen Republik Kongo.

Nach der ersten Generalkongregation fand im Presseamt des Heiligen Stuhls die erste Pressekonferenz statt, bei der neben den Kardinälen Erdö und Vingt-Trois auch Erzbischof Forte, Sondersekretär der Synode, und Erzbischof Aguilar Retes, Präsident des CELAM, anwesend waren. Erzbischof Forte unterstrich, dass die hohe Zahl der Antworten auf den Fragebogen zeige, dass es »in der Kirche den Wunsch nach Teilnahme gebe«. Der Präsident des CELAM sprach über die Probleme der lateinamerikanischen Familien, darunter insbesondere die von den Migrationen hervorgerufenen Brüche, und wies auf die wachsende Zahl von alleinerziehenden Müttern hin. Er regte an, den kollegialen Stil der Konferenz von Aparecida 2007 als Arbeitsmethode aufzugreifen.

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29. März 2017

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