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​Auf dem Weg zur Einheit

Wenige Stunden nach der Ankündigung, dass Papst Franziskus nach Schweden reisen wird, um dort gemeinsam mit den Lutheranern den Beginn des 500. Jahrestags der Reformation zu begehen, hat der Bischof von Rom gemeinsam mit den Vertretern des Patriarchen von Konstantinopel und des anglikanischen Primas im Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit die Heilige Pforte der Paulusbasilika durchschritten. Eine einfache und sehr bedeutungsvolle Geste, auf die eine Predigte folgte, die für den ökumenischen Weg der Kirche von Rom einen weiteren Fortschritt bedeutet, an einem Tag, der fast ein Symbol ist: am Fest der Bekehrung des heiligen Paulus.

Der Papst wies in seiner Predigt darauf hin, dass es weiterhin Spaltungen zwischen den Christen und auch innerhalb der einzelnen Konfessionen gebe, aber: »Über die Differenzen hinaus, die uns noch trennen, erkennen wir voll Freude, das am Ursprung des christlichen Lebens immer eine Berufung steht, deren Urheber Gott selbst ist.« Und er unterstrich: »Während wir auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft sind, können wir bereits zahlreiche Formen der Zusammenarbeit entwickeln, gemeinsam vorangehen und zusammenarbeiten, um die Verbreitung des Evangeliums zu fördern. Und wenn wir gemeinsam vorangehen und zusammenarbeiten, dann merken wir, dass wir bereits im Namen des Herrn vereint sind.«

In der Paulusbasilika hat Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil angekündigt und kurz vor dessen Abschluss bekannte Paul VI. den nicht-katholischen Beobachtern, dass ihre Abreise eine Einsamkeit verursache, »die wir vor dem Konzil nicht kannten und die uns nun traurig macht«. Am selben Ort erklang in den Worten des Papstes auch ein Echo des Konzils, als er zur Eröffnung der zweiten Konzilsperiode am 29. September 1963 entschieden einen Weg der Bitte um Vergebung für die Spaltungen unter den Christen begann. Paul VI. sagte damals: »Wenn uns eine Schuld an dieser Trennung zuzuschreiben ist, so bitten wir demütig Gott um Verzeihung und bitten auch die Brüder um Vergebung, wenn sie sich von uns verletzt fühlen. Was uns betrifft, sind wir bereit, der Kirche zugefügtes Unrecht zu verzeihen und den großen Schmerz ob der langen Zwietracht und Trennung zu vergessen.«

Und Papst Franziskus setzte diesen Weg mit den folgenden Worten fort: »Als Bischof von Rom und Hirte der katholischen Kirche möchte ich um Barmherzigkeit und Vergebung bitten für das nicht mit dem Evangelium übereinstimmende Verhalten von Katholiken gegenüber Christen anderer Kirchen. Zugleich lade ich alle katholischen Brüder und Schwestern ein zu vergeben, wenn sie heute oder in der Vergangenheit von anderen Christen Beleidigungen erlitten haben. Wir können Geschehenes nicht auslöschen, aber wir wollen nicht zulassen, dass die Last vergangener Schuld weiter unsere Beziehungen vergiftet. Die Barmherzigkeit Gottes wird unsere Beziehungen erneuern.«

Giovanni Maria Vian

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19. Juli 2019

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